Die Abreise.

Nach sechs langen Jahren der Gefangenschaft, wie ich im ersten Teil dieser Erzählung berichtet habe, erblickte ich am 16. November 1874 die Freiheit wieder.

Am 27. Januar 1875 hatte ich das Unglück, Soldat[40] werden zu müssen, denn aus der Klasse 1850 wurde ich der Klasse 1855 überwiesen und auf zwölfjährige Dienstzeit in das zwanzigste Infanterieregiment eingestellt.

Ich reiste nach Florenz, um zu meinem Regiment zu kommen.

In diesem Regiment war ein Landsmann von mir, Signor Pietropaolo A…, Lieutnant; diesem würdigen und wohlverdienten Herrn wurde ich empfohlen; und er wies mich der achten Kompagnie zu: das Unglück schien mir anzuhängen; diese Kompagnie war die meist gequälte vom ganzen Regiment und bestand aus Leuten, die sich nicht durch gute Führung hervorthaten.

Als Signor Pietropaolo von meiner Ankunft hörte, kam er in mein Quartier und hielt mir eine Vorlesung über die Art und Weise, wie ich mich zu benehmen hätte; er empfahl mich den Vorgesetzten, meinem Hauptmann und den Lieutenants, mit denen ich zu thun hatte.

Tags darauf erhielt ich das Gewehr, den Säbel, die Patronentaschen und was sonst noch dazu gehört; dann wurde ich mit den anderen Rekruten auf den Exerzierplatz geführt, wo ein Korporal und ein Sergeant uns unterrichtete; sobald einer sich irrte oder ein Kommando schlecht ausführte, wurde er geschimpft und mißhandelt, und oft hörte man solche Worte:

»Sie sind ein Rindvieh, ein Dummkopf, Sie sind ein Schweinehund!« und ähnliche Schmähungen. Mir stieg das Blut zu Kopf, wenn ich sah, wie ein unwissender Vorgesetzter uns so behandeln konnte.

(Hier fehlen im Manuskript einige Blätter.)

Ich stand an meinem Bett, hatte Helm und Gürtel abgelegt und suchte meine Mütze, die ich am Morgen an die Wand gehängt hatte. Inzwischen stellte sich die Kompagnie in Reih und Glied auf und da ich weiter suche, kommt der Korporal C… auf mich zu und fragt mich wütend, weshalb ich mich nicht auf meinen Platz begebe.