»Ich suche meine Mütze, die ich heute Morgen hier aufgehängt habe.«

»Sie wissen nicht, was Sie sagen; Sie verlieren immer etwas.«

»Ich habe noch nie etwas verloren; aber meine Mütze finde ich nicht.«

»Schweigen Sie! Passen Sie besser auf, Sie Schweinehund! Was meinen Sie denn, wer Sie sind, Sie Galgenschwengel?«

Mir stieg das Blut zu Kopf, ich verlor meine Kaltblütigkeit, wütend wie eine Hyäne sprang ich ihm an den Hals, gab ihm eine mächtige Ohrfeige und schüttelte ihn hin und her wie ein Rohr.

Der Korporal verliert das Gleichgewicht und fällt hin, ich werfe mich mit voller Kraft auf ihn, halte ihn an der Gurgel fest und ziehe einen Dolch aus der Tasche, um ihn zu ermorden – in diesem Augenblick stürzt sich ein Haufe von Offizieren und Gemeinen auf mich, reißen uns auseinander und ich werde in die Wachtstube geführt, wo man mich mit Schimpfreden überschüttet, um mich dann unter einer Eskorte von acht Chargierten mit aufgepflanztem Bajonett ins Gefängnis zu führen.

Tags darauf suchte mich Signor Pietropaolo auf; Thränen standen ihm in den Augen, er beklagte den Vorfall und sagte, daß er alles thun werde, um die Gefahr abzuwenden; dann ging er, nachdem er mir zwei Cigarren gegeben und einen zärtlichen Blick auf mich geworfen hatte.

Eingeschlossen, allein, sah ich mehrere Tage hindurch niemand; unvertraut mit den militärischen Gesetzen wußte ich nicht, was aus mir werden sollte und machte mich auf alles gefaßt. Signor Pietropaolo kam wieder und sagte lächelnd:

»Ich habe alles besorgt; morgen wirst Du in Freiheit gesetzt werden, aber versprich mir, daß Du Dich gut führen willst.«

»Je nach den Umständen«, antworte ich.