In der folgenden Nacht, etwa um ein Uhr, wird die Thür meines Gefängnisses geöffnet; ich fürchtete, daß man mir etwas böses thun werde und schickte mich an, mich zu verteidigen.

Es war der Hauptmann, der mich herausrief. Ich folgte, er führte mich auf den Hof, eintöniges Schweigen herrschte ringsum, nur unterbrochen durch die Schritte der Schildwache; der silberne Mond stand am Himmelsbogen.

»Der Herr Oberst verzeiht Ihnen diesmal, morgen werden Sie in Freiheit gesetzt; aber ich empfehle Ihnen, sich gut zu führen, dann werden Sie in drei Monaten die Korporaltressen bekommen.«

»Ich danke Ihnen, Herr Hauptmann und bitte Sie, dem Herrn Oberst ebenfalls meinen Dank zu sagen; wenn ich nicht gereizt worden wäre, würde ich einen solchen Schritt nicht gethan haben, aber –«

»Genug, genug, seien Sie in Zukunft ruhiger. – Korporal, führen Sie den Mann ins Gefängnis.«

Ich wurde wieder eingeschlossen, tausend Gedanken durchzogen mein Gehirn und ungeduldig erwartete ich die Stunde meiner Befreiung.

Tags darauf wartete ich angstvoll, jedes Geräusch gab mir einen Stich ins Herz; aber niemand kam, auch der Lieutenant Pietropaolo nicht. Es wurde Abend, endlich höre ich den Schlüssel klirren, die Thür öffnet sich und ein Sergeant, den ich nicht kenne, sagt:

»Auf, M…, schnell, es geht los; alles ist bereit.«

Ich folge ihm, auf dem Hof steht ein verschlossener Wagen, von drei schwarzen Pferden gezogen, die ungeduldig scharren und wiehern; auf dem Bock sitzt ein Soldat mit aufgepflanztem Bajonett, vier andere Soldaten, zwei Korporale und zwei Sergeanten, alle mit aufgepflanztem Bajonett, standen um den Wagen herum.

»Rasch, M…, steigen Sie ein und machen Sie sich's bequem,« sagte ein Sergeant in befehlerischem Ton.