Hier fand ich einen Korporal aus meiner Kompagnie, mit Namen Alfonso S… Wir sahen uns an und verstanden uns, und unsere Augen schworen sich tötlichen Haß.

»Wie heißen Sie?« fragte der Korporal mich, während ich in dem Zimmer auf und ab ging. »Woher kommen Sie, weswegen haben Sie Arrest?«

»Was wollen Sie?« antwortete ich gereizt, »sind Sie Untersuchungsrichter?«

Der Korporal S… setzte sich nachlässig auf seine Pritsche.

Es kam die Stunde, wo unser Brot gebracht wurde, S… erhielt auch Käse und Cigarren; er lud mich ein, mit ihm zu essen; ich lehnte wiederholt ab – schließlich, um nicht unhöflich zu erscheinen, nahm ich widerwillig an; aber mein Herz ekelte sich vor dem gemeinen Zwitter.

Zehn Tage bei Wasser und Brot verbrachte ich mit diesem schweinischen Ungeheuer, zehn Nächte voll schändlichsten Schmutzes, den zu beschreiben die Feder sich sträubt, der meinen Namen als Sohn Adams mit Kot bedeckt, daß ich mein Antlitz mit schwarzer Larve verhüllen mochte. O Mensch, Du Ebenbild Gottes, Herrscher der Natur, Traum des Idealen, Gottheit des Schönen, warum bist Du so verderbt?

Diese zehn Tage und diese zehn höllischen Nächte kann nur das rohe und schmutzige Gemüt des ausschweifendsten geilsten Lüstlings unter allen höllischen Wesen sich vorstellen; nein, auch dieses nicht, und wenn es das vermöchte, so würde es erschaudern ob solcher Unflätigkeit.

……

Der Korporal S… wurde in Freiheit gesetzt, seine Strafe war abgelaufen, ich mußte noch fünf Tage im Arrest bleiben.

Endlich war auch meine Strafe verbüßt, ich wurde befreit und der achten Kompagnie wieder zugeführt; dort setzte ich die bisherige geile Freundschaft, die schändliche Buhlerei mit dem S… fort.