»M…, warte ein wenig, ich will sehen, ob jemand im Bureau ist.«

Er kam taumelnd wieder heraus, die Sache ging gut.

»Komm,« sagte er, »im Bureau ist niemand.«

Wir gingen die Treppe hinauf, ich gab ihm eine Cigarre, wir traten in das Bureau; er schlug das Register auf, ich suchte meinen Namen, bei dem die Jahreszahl 1869 eingetragen war, mit einem Federmesser kratzte ich die unverschämte 9 aus und setzte eine liebliche 8 an die Stelle.

Wir brachten alles wieder in Ordnung, darauf gingen wir in ein Café und dachten über unsere That nach.

Nach zwei Monaten wurde ich wieder von Rom fortgeschickt und kam zum Lido zurück.

Kaum wieder bei der Kompagnie wurde ich sofort einem der Forts zugeteilt, welche Venedig umgeben.

Die Aufgabe der zum Dienste in den Forts detachierten Soldaten war: niemand ohne Erlaubnis des Chefs der Wache einzulassen, die Bollwerke täglich und einige Male Nachts zu überwachen, zu verhindern, daß irgend wer topographische Aufnahmen der Gegend machte, niemand an den Festungsgraben kommen zu lassen und das Fischen darin zu verhindern; das Fort sauber zu halten und auf das Losungswort zu antworten.

Ich wurde nach dem Fort San Andrea, unweit dem Lido geschickt; dieses Fort war ganz von Wasser umgeben; ein Boot, das von einigen Schiffern, Soldaten aus meiner Kompagnie, bedient wurde, lag in der Nähe vor Anker; der Chef der Wache war ein alter Veteran.

Hier führten wir ein patriarchalisches Leben, in der fortwährenden Einsamkeit betrachtete man täglich die Schlechtigkeit der Menschen, die Schönheit der silbernen Lagunen, die Ungeheuerlichkeit dieser bösen Welt, die Schönheit des klaren venetianischen Himmels; hier sah man Venedig in seiner ganzen Größe, die flinken Gondeln huschten zu hunderten über die klare, krystallhelle Flut, man sah den Lido mit seinen hohen Bollwerken und großen Kanonen, man sah die anderen Forts, die wie kleine Erdhügel hier und da verstreut lagen.