Er willfahrte gern, setzte selbst die Eingabe auf, ließ sich Abschriften der Urteile geben und schickte sie an das Kriegsministerium. Wir warteten lange vergeblich, er schrieb noch einmal und erhielt die Antwort, daß ein Urteil nur durch eine andere gerichtliche Entscheidung aufgehoben werden könne, daß meinem Ersuchen demnach nicht stattgegeben werden könne.
So waren meine Hoffnungen zerstört und ich mußte mich in das Geschick fügen. Ich wurde nach Rom geschickt, um in der Druckerei des Kommandos der Strafabteilung zu arbeiten. Es war ein großer Arbeitsraum in dem Kommandogebäude, drei Maschinen und acht Pressen machte die Druckerei aus, ich mußte mit einem Zivilisten zusammen an einer Presse arbeiten und bekam außer der Soldatenkost fünfzig Centesimi täglich. Hier blieb ich zwei Monate, während dieser Zeit schloß ich enge Freundschaft mit dem Bureauschreiber. Eines Tages sagte ich zu ihm:
»Rom…,« so hieß er, »wäre es nicht möglich, im Bureau eine hübsche kleine Fälschung zu machen, die mir sehr nützlich sein könnte?«
»Was für eine Fälschung?« rief er, die Augen aufreißend und mich anstarrend.
»Im Register stehe ich unter der Klasse 1869 verzeichnet, könnten wir daraus nicht 1868 machen?«
»Was für einen Unsinn verlangst Du, willst Du mich auf die Galeere bringen?«
»Was Unsinn, was Galeere, ich sehe, daß Du noch ein Neuling in diesen Dingen bist.«
An jenem Tage wollte er nicht einwilligen, aber ich ließ nicht nach, bis ich ihn verführt.
Eines Abends waren wir in einem Wirtshaus, ich veranlaßte ihn mehr zu trinken als gewöhnlich und als es mir schien, daß der Weinrausch ihn umnebelt hatte, fing ich von neuem von der Fälschung an.
Wir gingen hinaus, er sagte: