»Ich befand mich in der Arrestzelle, in der andern Zelle war Liur…, der sich fast täglich beklagte, daß er von den Chargierten so viel auszuhalten hätte. Eines Morgens hörte ich ein Geräusch, als ob zwei Menschen miteinander ringen und hörte, wie Liur… sagte: Er hat mich an die Gurgel gepackt, er wollte mich erwürgen. – Das ist alles, was ich aussagen kann.«
»Sagen Sie, M…,« fragte der Präsident, »ist es wahr, daß Sie dem Soldaten Cec… gesagt haben, daß der Soldat Scar… Ihnen einen Brief gezeigt habe, der an den Herrn Verteidiger des Liur… gerichtet war, und in dem er den Verteidiger bat, dem Liur… mitzuteilen, daß er seine erste Aussage verwerfen wolle. Ist das wahr, daß Sie das alles gesagt haben?«
»Wie, Herr Präsident,« antwortete ich, indem ich den Dummen spielte, »ich verstehe nicht, was Sie fragen.«
Der Präsident wiederholte das ganze Gewäsch.
»Ich!« antwortete ich entrüstet, »ich soll das dem Cec… gesagt haben? Das ist eine Verleumdung, eine freche Lüge! Ich habe nie mit Cec… über die ganze Angelegenheit gesprochen, er muß geträumt haben oder reif für die Zwangsjacke sein!«
Cec… wird aufgerufen und erzählt die ganze Geschichte.
»Was?« rufe ich empört, »Du bist ein Betrüger, ein elender Verleumder, Du hast den armen Liur… auf die Anklagebank gebracht!«[60]
Der Präsident verweist uns zur Ruhe, der Staatsanwalt erklärt selbst, die Anklage nicht aufrecht erhalten zu können, der Verteidiger spricht lange und eindringlich und bittet um Gerechtigkeit für seine Klienten.
Der Gerichtshof zieht sich zurück und nach langer Beratung wird Liur… freigesprochen.
Ich teilte meinem edelmütigen Hauptmann mit, daß ich von dem Gericht zu Salerno unschuldig verurteilt worden sei und bat ihn, eine Eingabe zu unterstützen, daß mir dieses Jahr auf meine Dienstzeit angerechnet würde.