Nach diesen vierzehn Tagen mußte ich abreisen, um unter die Knechtschaft des Tyrannen zurückzukehren, um noch einmal in jenem Labyrinth in Jammer und Pein zu leben, wo Arrest und Kettenhaft, Wasser und Brot herrschen und jener schändliche Hauptmann Alessandro Ter…
Er sei tausend Mal verflucht!
Ich bewaffne mich wie ein Brigant, eine Doppelbüchse über die Schulter, einen Revolver an der Seite, zwei Pistolen in der Tasche, einen langen Dolch und Säbel, Patronen, Pulver und Schrot trug ich in einer alten Patronentasche, so begab ich mich in die bergigen Gefilde von Daffina, entschlossen, die Karabinieri über den Haufen zu schießen, wenn sie mich verfolgen sollten.
Die Zeit war um, wo ich mich in Catanzaro hätte melden müssen, jetzt war ich Deserteur.
Nach sieben Tagen entschloß ich mich, das Schicksal walten zu lassen, ich ging nach Catanzaro und stellte mich der Militärbehörde. Hier gab man mir mein Reisegeld und ich machte denselben Weg zurück, den ich vor zwanzig Tagen gefahren war.
Ich trug den Tod im Herzen, die Abteilungen dritter Klasse waren voll von Soldaten, die fröhlich sangen; auf den Stationen war ein Drängen, ein Gehen und Kommen, Ein- und Aussteigen, Umarmen, Begrüßen; fröhlich, jauchzend trennten sich die Kameraden, es war die Klasse 1868, die entlassen war; nur ich, der ich derselben Klasse zugehörte, mußte zum Regiment zurück! Welch trübes Verhängnis konnte mich erwarten unter der Herrschaft des ausgemachten Hahnreis, des Hauptmanns Alessandro Ter…?
Er sei tausend Mal verflucht!
Was in mir vorging, das vermag keine Feder zu beschreiben; denn gewisse Schmerzen fühlt man zwar, aber man kann sie nicht äußern; die Furien der Hölle bemächtigten sich meiner, ich fluchte wie ein Verdammter, ich zerbiß mir die Hände, die Arme, ich riß mir das Haar aus und rannte mit dem Kopf gegen die Wand, ich schlug mir mit den Fäusten vor die Stirn und stopfte mir die Finger in die Ohren, um nicht den Gesang, das Stimmengewirr zu hören; ich war neidisch auf deren Glück, ich wünschte taub und blind zu sein.
Nach einer langen und anstrengenden Reise kam ich auf dem Lido an, es war ein Uhr Nachts, ich ging zu meiner Kaserne und klopfte an die eisenbeschlagene Thür, ein Fenster öffnet sich und der wachthabende Sergeant sagt:
»Wer ist da?«