»Wohl möglich!«
Der Gerichtshof trat wieder ein, ringsum herrschte das größte Schweigen; meine Freisprechung wurde durch den Mund des Präsidenten verkündet.
Laute Hoch- und Bravorufe ertönten aus dem Publikum, ich sprang über die Schranken, eilte auf meinen Verteidiger zu und gab ihm einen lauten glühenden Kuß auf die Hand, und hätten die Umstände es erlaubt, so hätte ich dasselbe dem edlen Wachtmeister der Karabinieri zu Tropea, dem Herrn Luigi Scr… gethan; die Hochrufe und das Beifallklatschen ertönten von neuem, und so schloß das rührende Schauspiel.
Ein Jahr.
Ich kam zur Kompagnie zurück, meine Unglücksgefährten umarmten mich, aber der Kommandant schmähte mich heftig und sagte:
»Haben Sie Ihren Hauptmann Alessandro Ter… vergessen?«
Er sei tausend Mal verflucht!
Ein Befehl der Strafabteilung im Kriegsministerium verurteilte mich zu der harten Strafe von sechzig Tagen Wasser und Brot in Ketten.
Ich mußte mich fügen, man schloß mich in eine dunkle Zelle und legte mir schwere Ketten um die Hand- und Fußgelenke, ich glaube keine Feder und keine Phantasie vermag meinen Zustand zu schildern und ich überlasse es dem gütigen Leser, je nach seiner Einbildungskraft sich eine Vorstellung davon zu machen. Wiederholt wurde ich krank, und der Stabsarzt, ein Landsmann von mir, sagte:
»Es ist nichts, trinken Sie ein Glas Meerwasser, der Sergeant wird aufpassen, daß es geschieht, und es wird Ihnen gut bekommen« – aber Gott, der allgerechte Richter vergalt ihm diese Schändlichkeit nach seinem eigenen Rezept.