Er besuchte mich im Arrest und sagte:

»Statt der zwei Tage Ruhe, habe ich Ihnen fünfundzwanzig bewilligt, ich hoffe Sie werden mir dankbar sein.«

Er sei tausend Mal verflucht!

Ich würde nie fertig werden, wenn ich alle die ungerechten, grausamen Sachen aufzählen wollte, die mir der verfluchte Schinder, der große Hahnrei Hauptmann Alessandro Ter… und seine schändlichen Trabanten auferlegt haben.

Sie seien tausend Mal verflucht!

Schluß.

Nach sovielen Jahren der Leiden und nachdem ich so lange titanisch gekämpft hatte, wurde ich verabschiedet, und an dem Tage, wo ich für immer die elende Behausung verlassen sollte, die mich gefangen hielt, da weitete sich mein Herz; an dem Tage, da ich die eiserne Disziplin abstreifte und das elende Leben ein Ende hatte, wo ich in stiller Ergebung die Bedrückung der Vorgesetzten hatte ertragen müssen – in jener Stunde des Jubels, in jenem Augenblick, wo ich die Unglücklichen, die Kranken und Schmachtenden verlassen mußte, da wieder schnürte sich meine Brust zusammen, ein Schluchzen entrang sich meinem Munde, ich umarmte meine Leidensgefährten zum letzten Mal und ging von dannen, ohne den heißen Strom meiner Thränen zurückhalten zu können.

Zwei Empfindungen kämpften in mir; der Schmerz, die Unglücklichen verlassen zu müssen und die Sehnsucht, meine Angehörigen wieder zu umarmen.

Ich sollte die Scholle wieder sehen, wo ich als Kind mit meinen Altersgenossen gespielt hatte, und ein leuchtender Stern ging mir auf, die Erfüllung lang gehegter Hoffnungen verkündend. Lebe wohl, Lido! Lebewohl, du fruchtbare Küste der Königin der Meere. Du allein kennst all die Unthaten, die uns heimgesucht, dir allein, dem Pandämonium der Schande und Schmach sende ich meinen letzten Gruß, der deinen Opfern Trost bringen möge!