Der anwesende Staatsanwalt nähert sich dem Nagel an der Wand, um ihn zu untersuchen und findet folgende mit Bleistift in großen Lettern geschriebene Worte:
»Der Schurke von Staatsanwalt wird die fünfzehn Jahre Zwangsarbeit für mich abmachen; er sei verflucht!«
Ich wurde zum Gefängnis San Domenico zurückgebracht, aber das verfluchte Fieber hatte sich bei mir festgebissen.
Man erlaubt mir, in die Stadt zu gehen, ich begebe mich in ein Wirtshaus und esse, und gehe dann auf dem Lande spazieren, betrachte die Natur, die Schlechtigkeit der Menschen, die Güte und Barmherzigkeit Gottes; aber die Gunst, die mir der brave Signor B… erweist, ist vergebens, denn ich werde immer kränker und immer stärker werden die brennenden Schmerzen in der Brust.
Der Arzt und der Direktor ersuchten mich, eine Eingabe an das Ministerium zu machen, um nach Kalabrien überführt zu werden; der Direktor versprach mir, mein Gesuch zu unterstützen und alles zu thun, daß meine Bitte erhört werde. Ich reichte das Gesuch ein; nach einigen Tagen sollte ich mit einem besonderen Transport abreisen.
Der Direktor gab mir bekannt, daß ich den Rest meiner Strafe in Trogen verbüßen sollte.
Zwanzig Monate war ich in Lucera gewesen; gesund, kräftig und lebensfroh kam ich hin, elend, schwach und sterbenskrank ging ich von dannen.
Ich umarmte meine lieben Genossen, empfing fünfundvierzig Lire, die auf meinem Konto standen, steckte mir zwanzig Chininpillen in die Tasche und nachdem ich mich von den guten Vorgesetzten verabschiedet hatte, reiste ich mit Thränen auf den hageren Wangen im Wagen nach Foggia ab, von zwei Karabinieri begleitet.
In diesem Gefängnis, wo der Gefangene Paolo Pescari, der Picciotto aus Foggia, mir die fünf Lire abgenommen hatte, nahm ich nachts die zwanzig Chininpillen ein, ein letzter Versuch, das Fieber zu bannen.
Tags darauf reiste ich mit der Eisenbahn nach Neapel, so dieselbe Reise zurückmachend, die ich vor einundzwanzig Monaten hin gemacht hatte.