»Es ist der Regel wegen, ein Zimmerältester muß sein, und Sie müssen es werden.«

»Wie Sie meinen, Herr Direktor.«

Den anderen Zimmerältesten gab er monatlich drei Lire; mir wies er auf mein Konto alle Monate fünf Lire an, zwölf Lire hatte ich von Hause monatlich, fünf gab mir der Direktor, mit siebzehn Lire monatlich ging es mir vorzüglich.[27]

Ich blieb acht Monate bei diesen braven Apuliern; das Fieber verließ mich nicht, ich sah aus wie Haut und Knochen, meine Augen lagen tief in den Höhlen und waren halb erloschen, die Wangen dürr und eingefallen, ohne physische und geistige Kraft.

Der Arzt ordnete an, daß ich in das Gerichtsgefängnis überführt würde, der Luftveränderung wegen; ich kam dorthin und da die Zimmer zu ebener Erde feucht und dunkel waren, wurde ich noch kränker.

Während ich in diesem Gefängnis war, ereignete sich ein Vorfall, den ich erzählen möchte.

Ein alter Mann und sein Sohn wurden in öffentlicher Verhandlung abgeurteilt; der Gerichtshof verurteilte den Vater zu fünfzehn, den Sohn zu zehn Jahren Zwangsarbeit; der Alte sagte zum Vorsitzenden:

»Diese fünfzehn Jahre werden Sie für mich abmachen!«

Als sie ins Gefängnis gebracht waren, war der Alte heiter und lächelnd, als ob er in Freiheit gesetzt wäre und sagte, daß er mit der Strafe zufrieden sei. Abends gingen alle in den Hof, um Luft zu schöpfen; der Alte wollte nicht mitkommen und blieb allein im Zimmer; aus dem Strick, an dem die Lampe hing, machte er eine Schleife, befestigte sie an einem großen Nagel, an dem die Lampe in die Höhe gezogen wurde, steckte den Kopf hinein und baumelte sich auf wie eine Wurst.[28] Nachdem die Freistunde beendet ist, treten wir ins Zimmer und sehen den Alten baumeln, mit der Zunge aus dem Halse, mit hervorgequollenen Augen und leichenblassem Gesicht. Er war tot!

Der Richter und die anderen Beamten kamen, er wurde abgeschnitten und weggetragen.