Es war ein hübscher kleiner Fisch mit glänzendem Rücken und leuchtendrotem Bauch. Seine Augen waren bläulich-grün und glänzten wie Juwelen.
Als das Nest fertig war, schwamm er fort, um eine Gefährtin zu suchen. Er kam bald mit einer solchen zurück, einem kleinen Fisch, der nicht so glänzend war wie er. Er spielte mit dem Weibchen, trieb es vor sich her und schmeichelte ihm, bis es zuletzt in das eine Loch des Nestes hineinschwamm und nach einer Weile am anderen Ende wieder herauskam.
Das Weibchen hatte eine Anzahl kleiner gelber Eier in das Nest gelegt. Dann schwamm es fort und kümmerte sich nicht mehr darum.
Der männliche Stichling schwamm nun in das Nest hinein und übernahm die Sorge für die Eier. Ein Ei war nicht größer als ein Mohnsamen, und das ganze Bündel war sehr klein. Er schüttelte das Nest auf und stieß die Eier in eine versteckte, sichere Ecke. Dann schwamm er vor dem Neste herum und bewegte lebhaft seine Brustflossen und erneuerte dadurch beständig die Atemluft in der Umgebung der Eier.
Manchmal schwamm er in das Nest hinein und brachte schmutzigen Sand im Maule heraus. Man sieht, er wollte das Nest rein halten.
Dies setzte er drei Wochen lang fort, bis die Brut ausgekrochen war. Eine Anzahl winziger Fischchen entschlüpfte den Eiern. Sie waren so klein und durchsichtig, daß man es nicht für möglich gehalten hätte, daß ein anderer Fisch sie sehen konnte. Aber der Stichling wußte es besser. Es gab eine Menge hungriger Fische, die der zarten Brut aufpaßten, um sie zu fressen. Die kleinen Fischlein waren sehr schwach und hatten noch dazu einen Dottersack unter ihrem Körper zu tragen, dem sie so lange Nahrung entnahmen, bis sie fressen konnten.
So richtete denn der tapfere kleine Stichling seine drei Flossenstacheln in die Höhe und schoß zornig auf die Fische los, die nach seinen Kleinen schnappten. Er packte sie bei den Flossen, schlug nach ihren Augen und trieb sie in die Flucht.
Dann machte er ein kleines rundes Loch im Sande auf dem Grunde des Flusses, sammelte die kleinen Stichlinge darin und bewachte sie. Selbst nachdem ihre Rückenstacheln gewachsen waren, und sie schon dreist umherschwammen, folgte er ihnen in den Fluß hinaus, um sie zu beschützen.
Man kann viele Nester von Stichlingen in Flüssen und Teichen finden, wenn man aufmerksam danach sucht. Man kann auch gefangene Stichlinge mit einer reichlichen Menge von Wasserpflanzen und Futter in ein kleines Aquarium setzen und wird dann sehen, wie sie ihr Nest bauen, und was für ein guter Vater ein Stichling ist.