Auf Disteln findet man eine andere Raupe, die sich in die Blätter einspinnt, und deren Puppe aschgrau, braun oder gelblich und mit mehreren Goldpunkten und Dornen besetzt ist. Aus ihr wird ein rotbrauner Schmetterling auskriechen, der Distelfalter. In manchen Jahren gibt es nur wenige von dieser Art, während sie in anderen Jahren sehr zahlreich ist.

Wir gehen nun an einer anderen Stelle auf die Suche, nämlich unter dem Kreuzdorn und Faulbaum am Flußufer, entweder im Vorfrühling oder gegen Ende Juli, da der nachbenannte Schmetterling zwei Flugzeiten hat.

Man muß unter den kleinen Zweigen nach einer hübschen, grünen, rotgefleckten Puppe suchen, die einer gerippten Muschel ähnlich sieht. Sie hängt wagerecht an einem feinen Seidenfaden (vergleiche bunte [Tafel I.] 5). Achte darauf, wie klug die Raupe ihn befestigt hat, so daß das schwere breite Ende dem langen, dünnen das Gleichgewicht hält. Dann schneide den Zweig ab und nimm ihn mit nach Hause. Aus der Puppe wird der Zitronenfalter auskriechen, dessen hellgelbe Flügel vier rote Flecke haben ([Tafel I.] 4). Ihr werdet ihn sehr gut kennen, denn er ist gewöhnlich der erste Schmetterling, der im Frühling fliegt.

Nun wollen wir einmal tief unten auf den Pflanzen, die auf Wiesen wachsen, suchen. Es sind weiße oder lila Blumen, deren Blumenkronblätter in der Form eines Kreuzes stehen. Sie heißen Schaumkraut und Bitterkresse. Wenn man unter ihren Blättern sucht, so findet man oft eine sehr sonderbare Puppe (siehe bunte [Tafel I.] 7), die an beiden Seiten zugespitzt und wie ein Boot geformt ist. Aus ihr wird der Aurorafalter auskommen, der breite orangerote Flecke an den Spitzen der weißen Vorderflügel hat. Dieser Schmetterling ist sehr bunt, wenn er fliegt, aber wenn er sich niederläßt (siehe bunte [Tafel I.] 8) und seine Flügel aufrecht stellt, kann er kaum auf den Blättern der Pflanzen, aus deren Blüten er Honig saugt, gesehen werden.

Ein anderer gewöhnlicher Schmetterling ist der Heufalter oder das Wiesenvögelchen (vergl. bunte [Tafel I.] 9), das man an einem schönen Tage im Juni oder September finden kann, wie es den Honig aus dem Heidekraute saugt. Die grüne Raupe nährt sich von weichen Grasarten, und der hübsche kleine Schmetterling ist gelbbraun mit runden Augenflecken.

Ihr wißt also nun, wie man nach Raupen, Puppen und Schmetterlingen suchen muß, und könnt das übrige dabei selbst lernen. Überall wo Ackerveilchen und Hundsveilchen wachsen, kann man die dornige Raupe der hübschen Perlmutterfalter finden. Bläulinge findet man vorzugsweise auf Kalkboden, doch ist der gemeine Bläuling fast überall zu Hause, und man kann ihn häufig in der Gesellschaft der kleinen dunkelbraunen Bläulinge antreffen, deren dunkel glänzende Flügel zwischen den hübschen Bläulingen lebhaft auffallen.

Wo man auch immer einen fliegenden Schmetterling sieht, sollte man versuchen, ihm zu folgen, bis er sich niederläßt; denn eine der lehrreichsten Beobachtungen, die man bei allen Schmetterlingen machen kann, ist die, wie die untere Färbung der Flügel ihnen hilft, sich zu verbergen, wenn sie ruhen, während die Farben der Oberseite hell und bunt sind.

Suche Raupen und Puppen und beobachte sie. Merke dir die Pflanze, von der sich die Raupe nährt. Vergleiche die Unterseite der Flügel mit den Pflanzen, worauf sie sich niederlassen.

Lektion 5.
Schädliche Käfer.

Alle lebenden Geschöpfe müssen nach Nahrung jagen, und Insekten fressen sehr viel im Verhältnis zu ihrer Größe. Sie fressen am meisten als Larven, aber einige, wie der Maikäfer und Sandkäfer, fressen fast ebensoviel, wenn sie voll entwickelt sind und Flügel haben.