Die Maikäfer ruhen bei Tage auf den von ihnen bevorzugten Bäumen, und wenn man ein Tuch darunter ausbreitet und die Zweige schüttelt, so kann man eine Menge fangen. Landleute suchen durch verschiedene Mittel auch die Larve in der Erde zu töten.
Eine andere sehr schädliche Larve ist die der Schnellkäfer, die auch Schmiede genannt werden (vergl. bunte [Tafel III.] 5). Alle Kinder kennen diese kleinen Käfer, obwohl sie vielleicht ihre Namen nicht wissen. Sie sind schmal und flach, ungefähr 1–2 cm lang und haben sehr kurze Beine. Einer der gewöhnlichsten, der Saatschnellkäfer, ist 10 mm lang, schwarzbraun und grau behaart. Knaben legen die Schnellkäfer gern auf den Rücken, denn sie schnellen sich dann mit Hilfe eines Bruststachels unter knipsendem Geräusch kräftig in die Höhe und kommen beim Herunterfallen meist auf die Beine. Manchmal fallen sie wieder auf den Rücken, dann ruhen sie sich etwas aus und springen wieder.
Die Larven dieser unterhaltenden kleinen Geschöpfe sind sehr schädlich. Wir kennen sie unter dem Namen Drahtwürmer. Wenn man eine solche Larve aufmerksam betrachtet, so wird man sehen, daß sie kein Wurm ist, sondern die sechs Beine an den Leibesringen hinter dem Kopfe hat; daran erkennt man, daß sie die Larve eines Insektes ist. Drahtwürmer nähren sich von den Wurzeln der meisten Pflanzen. Sie sind lang und dünn wie ein Stück Draht; ihre Farbe ist meistens gelblichrot, und sie haben eine sehr zähe Haut.
Der Schnellkäfer legt seine Eier zwischen Pflanzenwurzeln, und wenn der Drahtwurm ausgekrochen ist, frißt er oft fünf Jahre lang, ehe er sich in einen Käfer verwandelt. Daher müssen Schnellkäfer vernichtet und Salz und Kalk auf die Erde gestreut werden, um sie zu töten.
1. Gefleckter Erbsenkäfer. 2. Gestreifter Erbsenkäfer. 3. Bohnenkäfer. 4. Apfelblütenstecher.
Unglücklicherweise sind auch die hübschen kleinen Rüsselkäfer sehr schädlich. Wir lasen in Buch I von dem Haselnußbohrer, und fast jede Pflanze und jeder Baum hat irgend einen Rüsselkäfer, der sie angreift. Da ist der Apfelblütenstecher (4), der im April ein Loch in die Knospe der Apfelblüte sticht, der Erbsenkäfer (1 u. 2), der Bohnenkäfer (3) und viele andere. Sie alle beginnen ihr Leben als kleine, weiche Larven mit keinen wirklichen Füßen; sie haben nur Bauchfüße, d. h. ungegliederte Fleischzapfen mit borstiger Sohle, einen hornartigen Kopf und scharfe Kiefer.
Man kann den vollendeten Rüsselkäfer an dem auffälligen Rüssel erkennen, der manchmal lang, manchmal breit ist. Es sind hübsche kleine Geschöpfe mit oft glänzenden Flügeln, die wie Juwelen funkeln, und hellen Augen; aber als Larven zerstören sie überall Blumen, Früchte und Schößlinge.
Zu den merkwürdigsten Käfern gehören die Zweigabstecher. Sie haben lange Rüssel und sehr scharfe Kinnbacken, und ihre Füße haben unten borstige Polster mit scharfen Klauen, so daß sie sich an glatten Stämmen und Zweigen festhalten können. An Pappeln kann man im Sommer einen hübschen Zweigabstecher finden mit goldglänzenden, grünen Flügeln, den Pappelblattstecher, und an Obstbäumen und Weinstöcken trifft man sicher einen stahlblauen Stecher an, der auch Rebenstecher genannt wird und seine Eier in ihre Schößlinge legt.
Wenn das Weibchen des Zweigabstechers Eier legen will, bohrt es ein Loch in einen jungen Schößling mit seinem Rüssel und preßt ein Ei hinein. Hat es nun auf diese Weise mehrere gelegt, so fängt es an, den Schößling mit den scharfen Kinnbacken abzubeißen. Dazu braucht es oft einige Wochen, und wenn ihr den herabhängenden Zweig abbrecht und ihn verbrennt, so werdet ihr die Larven vernichten. Wenn dieser aber zuletzt nur noch an einer Faser hängt, drückt das Weibchen ihn ganz hinunter, so daß er sich loslöst und auf den Boden fällt. Hier frißt dann die Larve ungestört, wenn sie ausgekrochen ist.