Der letzte nützliche Käfer, den wir erwähnen wollen, ist das Marienkäferchen. Es nährt sich sein ganzes Leben lang von den Wanzen und Blattläusen, die unsere Pflanzen zerstören. Wo es auch immer Blattläuse gibt, da legt das Marienkäferchen ein Häufchen gelbe Eier, und wenn die langen, düster graublau gefärbten Larven ausgekrochen sind, klettern sie an den Stengeln hinauf und stopfen die Läuse mit ihren Vorderfüßen in den Mund. Beim Verpuppen kleben sie den Hinterleib an ein Blatt und hängen daran, mit dem Kopfe nach unten, bis ein Marienkäfer daraus wird, der dann fortfliegt, um sich auf einem anderen Busch von Blattläusen zu nähren und wieder Eier zu legen.
Suche einen Sandkäfer und seine Larve. Suche unter toten Tieren nach einem Totengräber. Fange einen Marienkäfer, ein männliches und ein weibliches Glühwürmchen. Suche nach der Larve des Marienkäfers.
Lektion 7.
Wespen und ihre Lebensweise.
Wir alle haben Schmetterlinge gern, weil sie hübsch sind, und Bienen, weil sie uns Honig geben. Aber niemand liebt Wespen, denn wir fürchten stets, daß sie uns stechen und unsere Gartenfrüchte benagen. Wespen sind jedoch sehr fleißig und interessant. Sie wirken gleichsam als Straßenkehrer, fressen Abfall, rohes Fleisch und Insekten und stechen niemals, wenn man sie nicht erschreckt. Man kann wohl gestochen werden, wenn man eine Wespe berührt, ohne es zu wissen; aber die Leute sind sehr töricht, die nach ihnen schlagen und herumspringen, wenn eine in der Nähe ist. Sitzt man ganz ruhig, so werden sie niemand verletzen.
Wir sind genötigt, die Wespen zu töten, denn sonst würden sie sich zu stark vermehren und viel von unserm Obst verzehren. Am besten ist es, im Frühjahr und Anfang Sommer ordentlich aufzupassen. Die wenigen großen, die dann umherfliegen, sind Königinnen oder Mutterwespen, und jede von ihnen wird ein Nest gründen. Es ist weniger grausam, diese zu töten, als die Nester im Sommer zu vernichten, wenn 3000–4000 Wespen in jedem sitzen. Manche von euch haben wohl schon gesehen, wie ein Wespennest bei Nacht ausgegraben wird, aber wahrscheinlich habt ihr noch niemals eins sorgfältig betrachtet. Laßt uns sehen, wie es gebaut ist!
Wenn die Königin unter dem Moos- oder Grasbüschel, wo sie den Winter verbracht hat, herauskommt, sucht sie nach einem Loch im Boden, das vielleicht von einer Maus oder einem Maulwurf verlassen ist. Sie kriecht hinein und macht es größer dadurch, daß sie Erdklümpchen abbeißt und mit ihren Hinterfüßen hinauswirft. Dann fliegt sie fort und kratzt kleine Faserstückchen von Bäumen und Pflanzen. Manchmal kann man sehen, wie sie an Fensterrahmen und Holzpfosten nagt. So bekommt sie kleine Holzschnitzel. Mit diesen fliegt sie nach dem Loche zurück und verarbeitet sie mit ihrem klebrigen Speichel zu einer grauen papierähnlichen Masse.
Ehe diese hart wird, macht sie einen dicken Klumpen daraus und klebt diesen an der Decke des Loches an die Wurzeln von Pflanzen. Dann sammelt sie mehr Holzfasern und baut einige wenige Zellen unter den Klumpen.
Inneres des Nestes der gemeinen Wespe.
In jede dieser Zellen legt sie ein Ei, und dann bereitet sie mehr von der klebrigen Masse und baut mehr Zellen. In ungefähr acht Tagen kriechen die ersten beinlosen Larven aus den Eiern aus, und die Königin füttert sie mit Honig und vorwiegend mit Insekten, während sie dabei mit ihrer Arbeit fortfährt. In ungefähr drei Wochen verpuppen sich die Larven innerhalb eines Kokons, und in einer weiteren Woche kriechen aus diesen Arbeitswespen aus. Nun folgen täglich andere, und die Königin überläßt ihnen die Arbeit des Nestbaues und des Fütterns der Larven, während sie selbst nur Eier legt.