Das erste, was die kleinen Vögel für sich selbst tun, ist, daß sie aus dem Ei kriechen. Wenn sie soweit sind, kann man sie im Inneren „piep, piep“ rufen hören. Dann klopfen sie an das breite Ende des Eies mit einer kleinen hornigen Spitze, die vorn am Oberschnabel sitzt; die Schale platzt, und sie kriechen aus.

Wenn man ein Küchlein fangen kann, sobald es aus dem Ei heraus ist, sieht man diese hornige Spitze. Aber man muß dabei schnell sein, denn ein Kücken ist ein sehr behender kleiner Vogel. Es läuft sofort, nachdem es ausgekrochen ist, umher und die Hornspitze fällt bald ab.

Das nächste, was die Jungen tun, ist, daß sie den Schnabel öffnen und nach Futter schreien. Einige, wie die der Hühner, Enten und Rebhühner, sind schon beim Auskriechen ganz mit Flaumfedern bedeckt. Sie laufen umher und suchen sich allein Nahrung. Ihre Mutter sorgt für sie, und sie ducken sich unter ihre Flügel, wenn sie nach ihnen ruft. Andere, wie die der Tauben, der Sperlinge und der Drosseln sind nackt, blind und hilflos, wenn sie ausgebrütet sind. Sie können das Nest nicht verlassen, und die Alten müssen sie füttern.

Wenn man Tauben in einem Käfig hält, oder wenn man zu einem Taubenschlage emporklettern kann, wo Tauben ihre Nester haben, so kann man sehr viel bei der Beobachtung junger Tauben lernen.

An dem Tage, wo das Junge aus dem Ei kriecht, sind seine Augenlider fest geschlossen. Es hat nur einige Federbüschel auf seinem nackten Körper, und man kann seine fleischigen Flügel sehen und die Knochen fühlen. Faß es vorsichtig an und achte darauf, daß der Flügel drei Gelenke hat gerade wie ein Arm, eins an der Schulter dicht am Körper (s), eins am Ellbogen (e) und eins am Handgelenk (w).

Knochen im Flügel eines Vogels.

s Schulter-, e Ellbogen-, w Handgelenk, h Fingerknochen, f Federkiele.

Liegt der junge Vogel im Neste, so zieht er den Ellbogen zurück und berührt die Schulter mit der Hand. Dann ist der Flügel geschlossen. Aber wenn man die Hand (h) sanft anfaßt und den Arm gerade zieht, dann ist der Flügel geöffnet. So macht es der Vogel auch, wenn er seine Flügel streckt, um zu fliegen.

Nun beobachte die Jungen Tag für Tag. Allmählich bedeckt sich der ganze Körper mit kleinen Höckern. Diese sinken dann in der Mitte ein und einige Federn kommen hervor. Die ersten Federn sind ganz schlaff. Die kleinen Federstrahlen wachsen um den Schaft herum wie Haare am Schwanze der Katze. Dies sind die Flaumfedern oder Daunen. Eine junge Taube hat nicht viel davon.