Wenn ihr im Frühling durch die Wälder geht, so solltet ihr beobachten, wie die Bäume sich mit Blättern schmücken. Einer der schönsten ist die Buche (vergl. [bunte Tafel IV], 1). Man kann sie mitten im Winter an ihrer grauen Rinde, ihrem hohen, glatten Stamme, der eine breite Blätterkrone trägt, und ihren braunen, spitzen Knospen erkennen, die hintereinander bald auf der einen, bald auf der anderen Seite der Zweige wachsen. Wie verschieden sind sie von den dicken Knospen der Roßkastanie, und doch halten sie die kleinen Blätter im Inneren ebenso sicher und warm.
1. Buchenzweig. 2. Frucht der Buche (Buchecker). 3. Eßbare Kastanie, Zweig mit Blüten. 4. Kastanien in der Schale.
V. 4.
1. Kiefer mit Zapfen. 2. Fichte (Rottanne) mit Zapfen.
V. 5.
Zerpflücke eine von ihnen im Anfang des Frühlings, gerade ehe sie aufbrechen! Du wirst zuerst eine Anzahl von glänzenden, braunen Schuppen finden, die dicht übereinander liegen. Unter diesen liegen einige durchscheinende Schuppen, die so weich sind wie Seide und die zarten, kleinen Blätter umhüllen. Diese sind fächerförmig zusammengefaltet und haben einen Saum von silberglänzenden Haaren. In der Mitte endlich liegt die zarte Spitze der Knospe sicher verborgen.
Einige Tage später werden diese hellgrünen Blätter sich öffnen; die Schuppen hängen dann lose nieder, während der aus feinen Haaren bestehende seidenartige Saum nun unter den Blättern zu sehen ist. Jedes der Blätter ist oval und an der Kante eingekerbt, und die Stengel, an denen sie wachsen, hängen zuerst hinunter und richten sich dann langsam auf. Um die Zeit, wo die Blätter völlig ausgewachsen sind, hängen die braunen Blütenbüschel zwischen ihnen.
Die Blüten, die Staubgefäße haben, sind weich und seidenartig und hängen an langen, dünnen Stengeln; aber die mit Fruchtknoten stehen auf kurzen Stengeln in der Nähe des Endes der Zweige. Zwei oder drei von ihnen sitzen auf einem Stiel; ihre klebrigen Narben stehen empor, und eine Anzahl von stachligen Schuppen umgibt sie.