Man findet oft junge Eschen im Garten wachsend, denn ihre Samen sind sehr keimfähig. Aber Kaninchen lieben die jungen Schößlinge, und so kommen sie selten hoch. Junge Eschenstämme werden oft zu Spazierstöcken und Hopfenstangen verarbeitet, und das Holz der ausgewachsenen Bäume verkauft sich sehr gut zum Wagen- und Möbelbau.
Die Ulme oder Rüster ist ein so allgemein bekannter Baum, daß ihr vielleicht denkt, es sei nichts Interessantes an ihm. Aber habt ihr wohl bemerkt, daß die Zweige einer Ulme bis tief zu dem Boden hinab am Stamme wachsen, wenn sie nicht abgehauen werden. Und sicher wissen viele von euch nicht, daß sich an dem Zweige oft Verdickungen bilden, die ein der Korkrinde ähnliches Aussehen haben. Dies verleiht dem Baume ein kränkliches Aussehen.
Zweig der Ulme, der mit korkähnlichen Verdickungen bedeckt ist.
Er ist in Wirklichkeit ganz gesund, aber diese Zweige zeigen, daß die Ulme eine der Korkrinde ähnliche Rinde hat. Schon am Stamme ist sie dick und rauh und an den kleinen Zweigen, wo sie keinen Platz hat, sich auszubreiten, bildet sie diese Verdickungen. Der innere Teil der Rinde, Bast genannt, ist sehr zähe und wird zur Anfertigung von Matten und Seilen gebraucht.
Die Feld-Ulme kommt bei uns sehr häufig vor und zwar besonders als Alleebaum und in Parkanlagen, auf Wiesen und Weideplätzen.
Die Berg-Ulme findet in bergigem Gelände ähnliche Verwendung, unterscheidet sich aber von der vorigen durch ihren schwächeren Wuchs und ihre größeren Blätter, die sehr lang zugespitzt und auch behaart sind.
Selbst im Winter könnt ihr eine Menge Knospen an der Ulme zählen, und wenn der April kommt, und ihr durch die Zweige blickt, so werdet ihr eine purpurne Färbung sich über den Gipfel des Baumes ziehen sehen. Dies verursachen die zierlichen purpurnen Blüten, die sich an den Zweigen öffnen. Nun beobachtet den Baum! Gegen Ende April lugen die frischen, grünen Blätter aus den Blattknospen hervor. Aber schon beginnen die breitgeflügelten Früchte zu fallen und werden vom Winde zu Haufen zusammengeweht.
Ihr kennt sicher diese kleinen, flachen, grünlichen Scheibchen, mit einem Klümpchen in der Mitte, das anzeigt, wo der Same sitzt. Sie werden vom Winde am Rande des Feldes und in den Straßen hingetrieben und füllen oft die Rinnsteine. Wenn sie von der kleinblättrigen Feldulme herrühren, so ist es zweifelhaft, ob sie aufwachsen werden. Aber wenn ihr eine großblättrige Bergulme im Garten habt, könnt ihr die Früchte leicht erkennen, weil sie ganz in der Mitte des Scheibchens sitzen, während sie bei der Feldulme näher an die Spitze heranliegen. Diese Samen sind reif, und es lohnt sich, sie zu säen.
Alle großen Waldulmen liefern sehr gutes Bauholz. Sie leben oft vier- bis fünfhundert Jahre, aber die beste Zeit, sie abzuholzen ist, wenn sie ungefähr 120 Jahre alt sind.