Ahornzweig mit Frucht.
Das Holz des Ahorns wird zur Anfertigung von Möbeln gern benutzt. Sehr viele unserer Pulte und Kleiderschränke werden aus amerikanischem Ahorn gemacht, denn dort sind Ahornarten viel verbreiteter als bei uns. Ahornzucker, den amerikanische Kinder sehr lieben, wird aus dem zuckerhaltigen Safte einer amerikanischen Art bereitet, der deshalb „Zuckerahorn“ heißt.
1. Erdbeerbaum mit Blüte und Frucht. 2. Lindenzweig in Blüte.
V. 8.
Ein anderer Baum, den man in Gärten und Parks findet, ist der Walnußbaum, der von den Römern nach Deutschland gebracht wurde. Es ist ein großer, sich weit ausbreitender Baum mit einem rauhen Stamm und starken, krummen Ästen und Zweigen. Die Blätter sind gefiedert wie die der Esche, aber sie sind viel größer. Sie haben einen hübschen, rötlichen Schimmer, wenn sie jung sind, und einen starken Geruch, wenn man sie zerdrückt.
Diese Bäume wachsen so schnell, daß sie in zehn Jahren ungefähr 7 Meter hoch werden; dann beginnen sie zu blühen und Früchte zu bilden. Sie wachsen bis zu einer Höhe von 20–25 Meter. Im April kann man die langen Kätzchen von dem Baume herabhängen sehen, gerade wenn die Blätter hervorbrechen. Die männlichen Blüten sitzen an der Spitze der Zweige des letzten Jahres. Aber die kleinen Gruppen von Blüten, aus denen sich die Walnüsse entwickeln, sitzen auf den neuen Zweigen, die sich gerade aus den Knospen gebildet haben. Ihr alle kennt die Walnuß. Sie ist in eine grüne Schale eingeschlossen, deren Saft eure Finger braun färbt, wenn ihr sie abschält. Sobald die grüne Schale entfernt ist, kann man ein Messer zwischen die beiden Hälften der harten Schale schieben und sie auseinander spalten. So trennt man den Fruchtkern, den man essen kann, in der Mitte, gerade da, wo der Keim der zukünftigen Pflanze liegt. Wenn man genau hinsieht, kann man die kleine weiße Knospe und die Wurzel unterscheiden, die zwischen den Samenblättern am spitzen Ende der Nuß liegt. Das Holz des Walnußbaumes ist sehr wertvoll für die Anfertigung von Möbeln, denn es wird dunkelbraun, wenn der Baum alt ist, und ist sehr schön gemasert.
Ich möchte euch nun noch von einem anderen baumartigen Strauche erzählen, der in Südeuropa heimisch ist und bei uns zuweilen in Parkanlagen und Gärten gezogen wird. Es ist der [Erdbeerbaum], so genannt, weil seine Früchte Erdbeeren ähnlich sehen. Es ist ein immergrüner Strauch mit grünen, glänzenden Blättern von der Form eines Lorbeerblattes, die am Rande grob gezähnt sind. Die krugförmigen Blüten sind wachsgelb und hängen an gebogenen Stielen. Aber das Sonderbarste an diesem Strauche ist, daß es ein Jahr dauert, bis die Früchte reif werden. Zuerst sind sie blaßgelb, dann färben sie sich immer dunkler bis sie glänzend rot sind und zu zweien oder dreien zwischen den dunkelgrünen Blättern hängen, gerade wenn der Baum wieder seine hübschen weißgrünen Blüten treibt.
Unter den Bäumen, die man in Parks finden kann, wirst du besonders viele Nadelbäume bemerken, die aus fremden Ländern bei uns eingeführt sind und entweder ihres schönen Wuchses oder auch ihrer eigenartig gefärbten Nadeln wegen von den Gärtnern gezüchtet werden. Häufig finden wir auch die großen Magnolien und die Tulpenbäume, von denen erstere so schöne, große, weiße und rötliche Blüten haben. Aber dies sind Fremdlinge, und wir müssen zufrieden sein, wenn wir etwas über deutsche Bäume wissen.
Suche die Blüten und Früchte der Linde; die Blätter der Ahornarten, die von Honigtau kleben; die Blätter und Kätzchen des Walnußbaumes. Öffne eine Walnuß und suche im Innern die junge Keimpflanze.