Zusammengesetzte Blätter. 1. Roßkastanie. 2. Rose.

Nun laßt uns untersuchen, wie die verschiedenen Blätter am Rande ausgezackt sind. Einige, wie die des Flieders und des Efeus, sind glattrandig. Andere sind buchtig und das Blatt der Stechpalme ist grobstachlig gezähnt zu seinem Schutze. Aber wenn ihr die Blätter an der Spitze des Baumes betrachtet, wohin das Vieh nicht reichen kann, so werdet ihr oft finden, daß diese Blätter keine Stacheln erzeugen.

Andere Blätter haben rund um den Rand Zähnchen. Das Blatt der edlen Kastanie ist am Rande wie eine Säge ausgezackt. Das Blatt einer Birke ist ebenso, aber wenn man es genau betrachtet, so wird man sehen, daß es zwei Reihen von Zähnchen hat. Der Rand der großen Zähnchen ist noch einmal gezähnt. Dieses Blatt hat also einen doppelt gezähnten Rand. Andere Blätter haben tiefe Einschnitte oder Lappen. Der Rand eines Eichenblattes ist manchmal nur buchtig, manchmal hat er tiefe Einschnitte. Das Blatt eines Bergahorns hat fünf große, spitze Abteilungen oder Lappen.

Vergleicht das Blatt des Bergahorns mit dem der Eiche. Ihr werdet sehen, daß die Adern, die das Skelett der verschiedenen Blattformen ausmachen, nicht überall gleich laufen. Beim Bergahornblatt gehen die großen Adern oder Rippen von der Spitze des Stengels aus und breiten sich aus gleich fünf Fingern, während die kleinen Adern von den großen ausgehen. Ein solches Blatt heißt handförmig, weil die Adern gleich sind den Fingern an der Hand. Beim Eichenblatt dagegen läuft eine lange Rippe in der Mitte empor. Von ihr gehen die kleineren aus wie die Strahlen einer Vogelfeder. So sagt man vom Eichenblatt, daß es federartig geädert oder gefiedert ist von Fieder, was gleichbedeutend mit Feder ist.

Formen und Ränder von Blättern.

1. Buche — eiförmig, Rand buchtig. 2. Eiche — verkehrt eiförmig, tief buchtig. 3. Edelkastanie — breitlanzettlich, lang und spitz gezähnt. 4. Birke — doppelt gezähnt. 5. Linde — herzförmig oder schief-dreieckig. 6. Bergahorn — herzförmig, fünflappig, handförmig. 7. Ahorn — nierenförmig, fünflappig, handförmig.

Nun nehmt die zusammengesetzten Blätter der Roßkastanie, der Esche und der Rose. Bei der ersteren wachsen die Blattabschnitte gerade wie bei dem Bergahorn. Sieben Rippen gehen von der Spitze des Stengels aus und verbreiten sich wie Finger; es ist also auch ein handförmiges oder gefingertes Blatt. Aber bei der Esche und Rose geht eine Rippe in der Mitte empor und die einzelnen Blättchen sind federartig angeordnet. Diese Blätter nennt man also gefiedert.

Es gibt außerdem viele Übergangsformen von Blättern, und wenn ihr sie sammelt und in einem alten Schreibhefte ordnet, werdet ihr bald eine Vorstellung von der Bedeutung der Namen bekommen.

Beschreibe die Blätter der Eiche, der Roßkastanie und der Ulme und ihre Stellung. Ordne die einfachen und zusammengesetzten Blätter, die du finden kannst, in einem Schreibhefte und beschreibe sie.