([Siebentes Vollbild.])

Wenn ihr die Augen offen haltet, so müßt ihr bemerkt haben, als ihr die Blüten der Erbse und der Stangenbohnen pflücktet, daß sie an Stangen emporklettern, die für sie eingesteckt werden. Aber vermutlich habt ihr nicht darüber nachgedacht, warum sie klettern und wie sie klettern.

Ihr wißt, daß sie zu einer wirren Masse auf den Boden fallen würden, wenn ihr die Stangen fort nähmet, denn Erbsen und Stangenbohnen haben schwache, dünne Stengel. Wenn sie auf dem Boden lägen, würden sie nicht genug Luft und Licht bekommen, und andere Pflanzen würden sie ersticken. So haben sie gelernt, an Stangen, an Hecken oder irgend etwas anderem, das sie finden, emporzuklettern, um Luft und Licht zu haben.

Erbse, an Stangen kletternd.

Das ist der Grund, weshalb sie klettern, und wir wollen nun untersuchen, wie sie klettern. Jede Kletterpflanze tut dies in anderer Weise.

Ihr werdet finden, daß an manchen Stellen der Erbsenpflanze, wo ein Blatt stehen sollte, ein kleiner geringelter grüner Faden ist, der sich an die Stange klammert wie ein Kind an den Finger der Mutter. Diese Fädchen heißen „Ranken“. Sie halten die Pflanzen in Licht und Luft und lassen die Blüten an solchen Stellen niederhängen, wo die Insekten sie finden können. Die Stangenbohne klettert in anderer Weise. Sie braucht dazu nicht die Blätter, sondern windet ihren ganzen Stamm um die Stangen.

1. Wilde Clematis oder Waldrebe. 2. Garten-Clematis.

Wenn ihr die Hecken betrachtet, so werdet ihr viele Kletterpflanzen finden, die die dichten Büsche benutzen, um ihre Blätter und Blüten darauf auszubreiten. Da ist z. B. die Clematis oder gemeine Waldrebe. Sie hat ihre Blätter nicht in Ranken verwandelt, noch benutzt sie ihren Stamm zum Klettern. Sie schlingt die Blattstiele fest um die Zweige, so daß die Blätter am Ende herausstehen. Ihre hübschen grünlichen Blüten sind auf diese Weise über die ganze Hecke ausgebreitet, und allmählich werden die am oberen Teile federartigen Samenkapseln wie der Bart eines alten Mannes herabhängen, gerade da, wo der Wind sie fassen kann, um sie fortzuwehen.