Nimm eine Erbsenblüte und untersuche, wie sie es machen. Halte die Blüte vor dich hin. An ihrer Rückseite ist ein großes Blütenblatt mit einer tiefen Kerbe in der Mitte. Dieses steht wie eine Fahne in die Höhe, um der Biene zu zeigen, wo sie den Honig suchen soll. Deshalb wird es „Fahne“ genannt. Zwei kleinere Blütenblätter stehen zusammengefaltet gerade darunter. Diese heißen „Flügel“. Zwischen diesen sind zwei andere Blütenblätter, die wie das Vorderteil eines Bootes zusammengefügt sind; sie heißen „Schiffchen“.
Erbsenblüte und Schnitt durch dieselbe.
a. Staubgefäße. b. Klebriger Schnabel (Narbe). o. Fruchtknoten. s. Samenanlagen.
Wenn man die Flügel erfaßt und sie sanft hinunterdrückt, so ziehen sie das Schiffchen mit hinunter. Dann wird man die Staubbeutel der zehn Staubgefäße sehen, sowie den klebrigen Schnabel der winzigen Erbsenschote. Sie waren vorher im Schiffchen verborgen.
Wenn du die Blüte zerlegst, so wirst du sehen, weshalb das Schiffchen hinunterging. An jedem Flügel ist eine Art Knopf, der in eine Höhlung in der Seite des Schiffchens hineinpaßt. Wenn die Biene sich auf den Flügeln niederläßt, so drückt sie dieselben durch ihr Gewicht hinunter. Die Flügel drängen ihrerseits das Schiffchen hinab, und die Staubbeutel schlagen gegen die Brust der Biene. Und so fliegt diese zur nächsten Blüte, bedeckt mit Blütenstaub.
Es gibt fast ebenso viele Schmetterlingsblütler — so heißen die Pflanzen, die eine Blüte haben wie die Erbse —, als es Lippenblütler gibt. Der schöne gelbe Stechginster, der Klee und alle Wicken in den Hecken gehören zu dieser Familie. Jeder Kopf einer Kleeblüte besteht aus einer Menge von winzigen Blüten, die alle wie die der Erbse geformt sind.
Auch im Blumengarten haben wir den Goldregen und im Gemüsegarten Feuer- und Puffbohnen.
Untersuche Taubnessel, Minze, Thymian und Wiesensalbei. Beachte den sonderbaren schwingenden Staubbeutel des letzteren. Untersuche ferner die Blüten der Erbse, des Stechginsters, der Futterwicke und des Schotenklees.