Es ist sehr lehrreich, die Pflanzenblätter zu betrachten, ihre Formen zu beobachten und zu sehen, wie sie am Stengel angeordnet sind, um Licht und Luft zu bekommen.

Ihr kennt doch wohl die gemeine Taubnessel, die einer Brennessel so ähnlich ist, aber nicht sticht. Sie wächst in Hecken und hat eine hübsche, helmförmige, weiße oder rote Blüte. Ihre Blätter sind paarweise um den Stamm geordnet, und jedes Paar steht genau quer über dem unteren Paar, um diesem genug Licht zu lassen.

a. Taubnessel. b. Sauerklee.

Die glänzenden grünen Blätter des Efeus an der Mauer liegen flach und haben lange Stiele, so daß sie weit in die Luft hinausragen.

Die Blätter der Kresse in unseren Gärten sind wie ein runder Schild geformt. Der Stiel steht unter der Mitte des Blattes und ist sehr lang. So sieht das Blatt grade zum Himmel empor und bekommt eine Menge Luft und Licht.

Das Blatt der Roßkastanie ist in mehrere Teile geteilt, so daß es aussieht, als bestände es aus 5 oder 7 Blättern, und jeder einzelne Teil breitet sich dem Licht entgegen.

Die Blätter des Sauerklees, welche die Kinder gern essen, weil sie sauer schmecken, haben drei runde Blättchen wie das Kleeblatt, und diese legen sich in der Nacht oder an einem Regentage zusammen, stehen aber weit geöffnet, wenn die Sonne scheint.

Und nun wollen wir zu unserem Hirtentäschelkraut zurückkehren. Wir haben noch nicht nach seinen Blüten gesehen. Sie wachsen auf Stielen, die zwischen den Blattstielen und dem Stengel herauskommen. Auf diesen Stielen stehen einige kleinere Blätter und eine Menge Samentaschen.

Über den Samentaschen an der Spitze des Stieles stehen einige weiße Blüten dicht zusammen. Sie sind so klein, daß man ihre einzelnen Teile kaum unterscheiden kann. Aber man vermag doch zu sehen, daß sie vier äußere grüne Blätter und vier innere weiße haben. In der nächsten Lektion werden wir mehr darüber lernen.