Sammle sechs Pflanzen mit verschieden geformten Blättern und untersuche, wie sie am Stengel wachsen.
Lektion 3.
Die Geschichte einer Kohlrübe.
Die Blüten des Hirtentäschelkrauts sind sehr klein, daher wollen wir die Blüten einer anderen Pflanze zur Hilfe nehmen, um etwas über sie zu lernen. Wenn man im Garten eine Kohlrübe finden kann, die in Samen geschossen ist, so wird man sehen, daß sie Blüten hat wie die des Hirtentäschelkrauts, sie sind nur größer und gelb statt weiß.
An beiden Blüten haben wir vier äußere grüne Blätter. Sie heißen Kelchblätter, denn sie bilden den Kelch der Blüte. Dann sehen wir noch vier farbige Blätter, die über den Kelchblättern wachsen. Sie heißen Blumenkronblätter, weil sie die Blumenkrone der Blüte bilden. Sie sind weiß beim Hirtentäschelkraut und gelb bei der Kohlrübe. Aber in beiden Blüten stehen sie in Form eines Kreuzes.
Nun kommen sechs dünne Fäden mit kleinen Köpfchen an der Spitze. Zwei derselben sind kurz und vier lang. Sie heißen Staubfäden. Die Köpfchen heißen Staubbeutel, die den gelben Blütenstaub oder Pollen enthalten. In der Mitte der Blüte finden wir endlich den Fruchtknoten. Beim Hirtentäschelkraut ist dieser wie ein Herz geformt, bei der Blüte der Kohlrübe wie eine lange Schote.
Die Schoten wachsen auf kleinen Stielen am Stengel. Sie waren einst von Blütenblättern umgeben, aber diese sind verwelkt, und die Schoten sind groß geworden.
Einige der besten Gemüse in unseren Gärten haben Blüten wie diese in der Form eines Kreuzes und vier lange und zwei kurze Staubgefäße. Mehrere, wie die Kohlrübe und das Radieschen, haben Wurzeln, die sehr wohlschmeckend sind. Von anderen, wie z. B. dem Weißkohl und dem Braunkohl, essen wir die Blätter, vom Blumenkohl dagegen die Stiele des Blütenstandes mit den Blütenknospen.
Wir wollen nun zur Kohlrübe zurückkehren. Was hat sie für eine prächtige dicke Wurzel! Man findet eine Art von Kohlrübe wild wachsend, aber die Wurzel ist hart — du würdest sie nicht essen können. Unsere Rüben dagegen sind weich und deshalb so gut, weil sie in fruchtbarem Boden gewachsen sind, der seit vielen Jahren in bester Weise bearbeitet worden ist, und weil nur der beste Same ausgesät wird.
Ihr werdet nun vermutlich glauben, daß die Kohlrüben nur für uns dasein müßten, da wir den Boden umgraben und den Samen säen. Aber es gibt viele Tiere und Insekten, die auch ihren Anteil daran haben wollen. Sobald die Pflanze ihre ersten grünen Blätter herausstreckt, ist schon ein kleiner Käfer da, um sie zu fressen. Wenn seine Flügel geschlossen sind, ist er nicht größer als der Buchstabe „o“ in der Überschrift dieser Lektion. Er hat lange Hinterbeine und kann sehr gut springen, und deshalb wird er Erdfloh genannt.
Im Winter schlafen diese Käfer unter der Erde oder unter verwelkten Blättern. Wenn der Frühling kommt, erwachen sie und nähren sich vom Hirtentäschelkraut oder irgend einem anderen Unkraut, das früh im Jahre aufschießt. Dann legt das Weibchen seine Eier unter die Blätter, und bald kriechen kleine Larven aus und fressen Löcher in dieselben.