Der Sperber ist der größte Feind der Lerche. Eines Tages betrachteten wir eine emporsteigende Lerche, und plötzlich sahen wir einen Sperber, der auf sie stoßen wollte. Die Lerche sah ihn auch und schoß schneller hinauf, als der Sperber sich emporschwingen konnte. Darauf flog der Sperber eine kurze Strecke fort und schwebte umher, bis die Lerche müde war und herunterkommen mußte. Dann versuchte er, noch einmal niederzustoßen. Aber die Lerche war schlau: sie schloß die Flügel und fiel gerade hinunter in das dichte Gras, so daß der Sperber sie nicht finden konnte. Wir freuten uns, daß die kleine Lerche in Sicherheit war und zu Weib und Kindern zurückkehren konnte.
Lerche, einem Sperber entfliehend.
Lektion 6.
Nüsse und Nußfresser.
(Fünftes Vollbild.)
Auf unserem Wege zur Schule kommen wir durch ein kleines Haselnußgehölz. Im Winter, wenn die Bäume unbelaubt sind, sehen wir die grauen Büschel, die wir „Schäfchen“ nennen, an den Sträuchern hängen; Paul sagt, ihr wirklicher Name sei „Kätzchen“. Wir sehen oft nach, um zu beobachten, wie sie wachsen. Zuerst sitzen nur kleine graue Knospen auf den Zweigen. Dann werden sie größer und hängen herab. Allmählich werden sie sehr locker, wie Troddeln, und unter den grauen Schuppen erscheinen kleine Beutel mit gelbem Staube.
Dann im März, noch ehe die Bäume belaubt sind, schüttelt der Wind den Baum und weht den gelben Staub umher.
Um diese Zeit finden wir an den Zweigen mit Kätzchen kleine Blüten. Man muß scharf hinsehen, wenn man sie finden will. Aber sie sind sehr hübsch. Jede Blüte hat zwei zierliche Hörner, und es stehen mehrere Blüten in einer grünen Hülle.
Wir wissen, daß sich aus diesen roten Blüten die Nüsse bilden, denn im September finden wir die Nüsse gerade an ihrer Stelle. Wenn der Wind den gelben Staub aus den Kätzchen weht, so fällt etwas davon auf die roten Hörner der Blüten, und dies bewirkt, daß sich Nüsse entwickeln.