Es ist so töricht von Miezchen, denn sie sollte es wirklich wissen. Wenn sie die Tiere getötet hat, unterscheidet sie dieselben, denn sie frißt die Maus sehr gern, aber sie frißt keine Spitzmaus. Sie tötet sie nur und läßt sie auf dem Wege liegen. Wir glauben, sie tötet die Spitzmaus, weil sie fortläuft, und frißt sie nicht, weil sie einen schlechten Geruch hat.
Sehr viele Leute können eine Maus nicht von einer Spitzmaus unterscheiden, denn sie sind sich sehr ähnlich. Eine Spitzmaus ist nicht ganz so groß wie eine Feldmaus und ein wenig größer als die niedliche kleine Zwergmaus, die ein rundes Nest aus trockenem Grase zwischen den Kornhalmen baut.
Eule und Spitzmaus.
Vorigen Sommer fanden wir eins von diesen Nestern. Es war ungefähr so groß wie ein großes Schwanenei und von derselben Gestalt. Wir guckten hinein und fanden sieben winzige kleine Zwergmäuse mit rotbraunem Fell auf dem Rücken und weißem Fell am Bauche.
Die Spitzmaus hat eine mehr graue Farbe. Aber es gibt ein Kennzeichen, durch das man stets eine Maus von einer Spitzmaus unterscheiden kann. Die Maus hat eine kurze Schnauze und vier breite weiße Vorderzähne. Sie braucht sie, um Wurzeln und Zwiebeln anzunagen und um Kornähren abzubeißen. Aber die Spitzmaus hat eine lange spitze Schnauze; und ihre braunen Zähne sind sehr klein und spitz, so daß sie damit Insekten, Würmer und Schnecken töten und fressen kann.
Maus und Spitzmaus sind beide am Abend sehr geschäftig. Wir beobachten sie manchmal, wenn der Mond scheint. Die Mäuse laufen schnell ins Feld hinaus und wieder zurück zur Hecke. Paul sagt, sie tragen Samen und Wurzelstückchen zu ihrem Loche. Denn sie wissen, daß sie Nahrung nötig haben, wenn sie im Winter, wo keine zu finden ist, aufwachen. Die Spitzmäuse bewegen sich ruhiger in der Hecke. Sie stecken ihre langen Schnauzen in das dicke Gras und fressen Ohrwürmer und Raupen.
Sowohl die Maus als auch die Spitzmaus fürchten sehr die Eule, welche des Nachts herauskommt und sie mit ihren scharfen Klauen fortschleppt, um ihre Jungen damit zu füttern.
Spitzmäuse speichern keine Nahrung auf, denn sie schlafen den ganzen Winter durch in ihrem Loche. Dann im Frühjahr polstern sie das Loch mit weichem, trockenem Gras aus, und da kommen fünf oder sechs Junge zur Welt.
Auch die Maus wühlt sich tief in die Erde ein. Sie legt sich einen hübschen Wintervorrat an und schläft ein. Aber oft erwacht sie und frißt, um dann wieder einzuschlafen. Sie zieht eine zahlreiche Familie im Jahre groß. Deshalb gibt es so viele Mäuse.