Ballen und Klauen am Fuß der Katze.
Wir alle wissen, was für scharfe Krallen sie an ihren Zehen hat. Aber wenn sie mit ihren Kleinen oder mit Peter spielt, ist ihre Pfote so weich, daß man gar nicht glauben kann, sie könne kratzen. Dies kommt daher, weil sie eine Rinne in jedem Zeh unter der Haut hat, und wenn sie ihre Krallen nicht braucht, zieht sie dieselben in jene Scheide zurück.
Aber wenn sie auf eine Maus oder einen Vogel springt, schlägt sie mit der Pfote zu, und sowie sich die Zehe biegt, kommt die Kralle hervor und dringt in das Fleisch ihrer Beute.
Aber wie kann sie bei Nacht Ratten und Mäuse sehen? Paul zeigte uns, daß sie die Mitte des Auges sehr weit im Dunkeln öffnen kann. Wir brachten Miezchen nahe an die Lampe und sahen, daß die Pupille ihres Auges nur ein kleiner schmaler Schlitz war. Darauf schlossen wir sie einige Minuten lang in einem dunkeln Zimmer ein, holten sie dann heraus und betrachteten ihre Augen bei Mondenschein. Jetzt war der kleine Schlitz ein großes, rundes, schwarzes Loch geworden.
Der Schlitz läßt genug Licht hinein, daß Mieze bei Tage sehen kann, und wenn sie nachts ausgeht, wird er zu einer großen runden Öffnung, die alles Licht, das von Mond und Sternen kommt, hineinläßt.
Das Auge der Katze.
a. Im Licht.
b. Im Dunkeln.
Aber wenn es außergewöhnlich dunkel ist, tastet sie sich mit ihren Spürhaaren zurecht. Paul sagt, daß es sehr grausam ist, einer Katze diese Haare abzuschneiden, denn sie sind ihr eine große Hilfe im Dunkeln.
Mieze hat eine sehr rauhe Zunge. Wenn man sich von ihr die Hand lecken läßt, so fühlt man, wie sie von unserer eigenen Zunge oder von der eines Hundes verschieden ist. Sie ist so rauh, daß sie damit die letzten Stückchen Fleisch von einem Knochen abraspeln kann, nachdem sie die großen Stücke mit ihren langen spitzen Vorderzähnen abgerissen hat.