Mieze ist sehr schlau, wenn es sich darum handelt, ihren Lebensunterhalt zu erwerben, und wenn man ihren Kopf ansieht, so weiß man auch warum. Denn sie hat eine breite Stirn, in der viel Platz für ein großes Gehirn ist. Neulich hielten wir den Kopf eines Kaninchens neben den ihrigen. Er war so klein und hatte so wenig Raum für ein Gehirn, daß wir gar nicht erstaunt waren, daß die Katze viel schlauer als das Kaninchen ist.
Wer würde denken, daß Mieze, die mit ihren Kleinen am Feuer sitzt und schnurrt, im Walde so wild ist. Aber, wie Paul sagt, gibt es wilde Katzen in den Wäldern, die so wild wie Tiger sind. Tiger und Katzen sind sich sehr ähnlich. Auch Tiger können liebevoll sein. Wir hörten einmal eine Tigerin in einer Menagerie schnurren, als sie ihr Junges liebkoste.
Katze, ein Kaninchen beschleichend.
Lektion 11.
Der gefräßige Fremdling.
Mitte April dieses Jahres hörten wir zum ersten Male den Kuckuck. Wir hören ihn gern, denn er sagt uns, daß der Frühling da ist. In diesem Jahre hatten wir Glück. Wir sahen einen jungen Kuckuck in einem Neste aufwachsen.
Dies trug sich folgendermaßen zu. Wir hatten den Kuckuck eine ganze Zeitlang gehört, und es schien, als ob eine ganze Menge dieser Vögel riefen. Eines Tages hörten wir ein sonderbares Geräusch, so wie kik-kik-kik. „Aha!“ sagte Grete, „Vater sagt, daß dies der Ruf des Weibchens ist, das Eier legt.“
„Nun“, sagte Peter, „wenn es hier in der Nähe ist, können wir vielleicht eins von seinen Eiern finden. Ich möchte so gern einen jungen Kuckuck sehen.“
Ungefähr eine Woche darauf fand Paul das Nest einer kleinen Heidelerche. Es war in einem dicken Grasbüschel am Abhange in der Nähe des Waldes. Zwei kleine mattgraue, braungefleckte Eier lagen darin. Am nächsten Tage, als wir zur Schule gingen, waren es drei und am übernächsten Morgen vier. Aber als wir an dem Nachmittage desselben Tages aus der Schule zurückkamen, waren fünf Eier da.