„Die Heidelerche kann nicht zwei Eier an einem Tage gelegt haben,“ sagte Peter. „Es soll mich wundern, ob der Kuckuck nicht eins von seinen Eiern hierher gebracht hat.“

Wir wissen ja, daß der Kuckuck seine Eier auf den Erdboden legt und sie dann in seinem weiten Schnabel in das Nest irgend eines anderen Vogels trägt. Wir sahen vierzehn Tage lang täglich nach. Die kleine Heidelerche war so an unser Kommen gewöhnt, daß sie nicht einmal vom Neste aufflog. Es war ein hübscher kleiner Vogel mit braungefleckten Flügeln und gelblicher Vorderseite.

Nach vierzehn Tagen krochen zwei junge Heidelerchen aus und am nächsten Tage noch zwei. Sie sperrten die Schnäbel nach Futter auf, und der Vater flog hinaus ins Feld und brachte Insekten und Raupen, um sie zu füttern. Aber die Mutter saß noch auf dem fünften Ei.

Zwei Tage später kam der fünfte Vogel aus. Er hatte einen gekrümmten Schnabel und gebogene Zehen mit kurzen scharfen Krallen. Zwei Zehen standen nach vorn und zwei nach hinten. Heidelerchen haben gerade Schnäbel, und von ihren Zehen stehen drei nach vorn und eine nach hinten.

So erkannten wir den jungen Kuckuck an dem Schnabel und den Zehen.

Rufender Kuckuck.

Am nächsten Tage sahen wir wieder nach. Die kleinen Heidelerchen hatten Kiele auf ihren Flügeln, wo die Federn wuchsen, und ihre Augen waren geöffnet. Der Kuckuck war nackt und blind. Aber er hatte zwei kleine Heidelerchen aus dem Neste gestoßen, und sie lagen tot auf dem Abhange.

Der Kuckuck war während eines Tages sehr gewachsen, und die alten Heidelerchen fütterten ihn fortwährend mit Insekten, während er mit weit offenem Schnabel dasaß. Während wir ihn betrachteten, wühlte er im Neste umher und schob eine andere kleine Heidelerche an den Rand desselben. Wir setzten sie in das Nest zurück und mußten dann zur Schule gehen. Als wir zurückkamen, saß der Kuckuck allein im Neste. Die vier kleinen Heidelerchen lagen alle tot auf der Erde. Er hatte sie alle herausgestoßen.

Die alten Vögel schienen ihre toten Jungen nicht zu sehen, so geschäftig waren sie, um den großen, hungrigen Fremdling zu füttern. Sie fütterten ihn fünf bis sechs Wochen lang, selbst nachdem er schon aus dem Neste heraus war.