Flexion: S. Beugung.
Furcht: Definiert [c. 13, 2].
Geschlecht: S. Grammatik und [Protagoras].
Glosse (Fremdwort, Provinzialismus, Dialektwort): [c. 21, 3].
Grammatik (Redeteile, Geschlecht, Kasus, u.ä.): [c. 20-21]. Trotz mancher grundlegenden Vorarbeiten (S. [Protagoras]) befand sich die Grammatik noch zur Zeit des Aristoteles in den Kinderschuhen Ihr wissenschaftlicher Ausbau und die Terminologie werden erst den Stoikern und alexandrinischen Philologen verdankt. Der damals festgesetzten Termini bedienen auch wir uns, durch die Vermittlung des Lateinischen, bis auf den heutigen Tag, selbst unter Beibehaltung eines Übersetzungsfehlers (Accusativ statt Causativ).
Wenn man es oft befremdlich gefunden hat, daß derartige scheinbar elementare Dinge in einer Poetik ausführlich behandelt werden, so sei dazu bemerkt, daß Aristoteles selbst einmal sie ausdrücklich als ihr zugehörig bezeichnet hat.
Halbvokal (Liquida): [c. 20, 1].
Jambos: [c. 4, 5-9]. Aristoteles sagt an ersterer Stelle, daß der Jambos sich besonders passend für das Spottgedicht erwiesen habe. An der zweiten, daß ebenso naturgemäß der jambische Trimeter sich schließlich als das für den dramatischen Dialog geeignetste Versmaß herausstellte. Darin liegt aber kein Widerspruch, denn hier wie dort galt es, soweit wie irgend möglich, sich der Umgangssprache anzupassen und über den Gesprächston nicht hinauszugehen.
Katharsis: "Reinigung": [c. 6, 2]. Die seit Lessing und besonders seit Bernays (s. Einleitung [S. XV]) umstrittenste Stelle der ganzen Poetik. Selbst über den Ort, wo die von Aristoteles versprochene genauere Erklärung des Ausdrucks gestanden habe, ist noch keine Einigung erzielt worden. Ohne auf die berühmte Kontroverse hier irgendwie näher einzugehen, sei nur so viel im allgemeinen bemerkt, daß an zwei Tatsachen nicht gerüttelt werden sollte: 1. Der Ausdruck ist eine medizinische Metapher. 2. Er bezeichnet die Wirkung, nicht den Zweck der Tragödie denn als diesen nennt Aristoteles wiederholt und unzweideutig ([c. 4, 2]. [13, 6]. [14, 2]. [23, 1]. [26, 8].) eine ihr eigentümliche Lustempfindung. Damit erledigt sich auch die Frage von selbst, ob dieses Endziel, von dem hier garnicht die Rede ist, ein ethisch-moralisches oder ein aesthetisch-psychologisches ist oder seinsoll. Was dagegen die kathartische Wirkung anbelangt, so dürfte Aristoteles beide Möglichkeiten anerkannt haben, im Gegensatz zu Platon, der bekanntlich die erstere zwar forderte, aber der bisherigen Tragödie wie dem Epos absprach und eine aesthetische überhaupt nicht berücksichtigte.
Kitharistik: [c. 1, 2]. Die Guitarre (Lyra) war das übliche Begleitinstrument des Nomos, der hier neben dem aulodischen Dithyrambus wohl nur zufällig nicht mit aufgezählt wird (S. [c. 1, 2]). Dennoch wird man wohl richtiger auch hier, wie bei der [ Auletik] (s.d.) die reine Instrumentalmusik verstehen müssen