»Und auch Du hast mir das Leben gerettet, Daniel, denn wenn Du mir nicht gewinkt hättest, wodurch Du Dein eignes Leben aufs Spiel setztest, so würde ich nichts von den Indianern gewahr worden sein, bis ich ihre Kugeln gefühlt hätte. Du hast eben so viel, und noch mehr für mich gethan, wie ich für Dich; denn auf mich wurde keine Büchse gerichtet.«

»Wir haben aber gut gefochten, die Teufel scheinen alle drei todt zu sein; es sind Waco's, die allerschlechtesten, allergefährlichsten Indianer von allen. Wir wollen uns aber doch zum Andenken ihre Waffen und ihren Schmuck zueignen, und dann eilen, daß wir nach Hause kommen, sie werden im Fort besorgt um uns sein,« sagte Daniel, indem er die Kugeln in seine Büchse trieb und dann Zündhütchen aufsetzte. Zuerst gingen die Kampfgenossen nun zu dem zuletzt erlegten Indianer, und fanden ihn todt auf dem Gesicht liegend. Die Kugel war ihm in den Hinterkopf eingedrungen.

»Es war weit, deswegen hielt ich etwas hoch, ich habe aber ziemlich gut die gerade Linie gehalten; es war mein schlechtester Schuß nicht,« sagte der Neger, indem er dem Erschossenen die Kugeltasche, den Tomahawk und den Schmuck abnahm, der in metallenen Armringen, Ohrringen und einem Halsband aus Muscheln bestand. Dann ergriff er dessen Büchse und sagte:

»Sieh, der Lump hat nicht einmal nach uns gefeuert, die Büchse ist noch geladen.«

»Warum riefest Du ihm denn zu, ob er einmal von einem schwarzen Panther gehört habe?« fragte Carl, auf den Todten blickend.

»Ja so – o, das ist nur so eine Redensart unter den Indianern,« antwortete Daniel sichtbarlich verlegen, und ging seinem Gefährten voran zu dem zuerst Gefallenen, dem die Kugel durch die Stirn gedrungen war. Sie nahmen ihm gleichfalls Waffen und Schmuck ab. Auch den durch Carl erlegten Wilden fanden sie todt, er war durch den Rücken geschossen. Carl belud sich mit dessen Waffen, während Daniel dessen Schmuck zu sich nahm, und beide begaben sich dann zu dem Biber, welchem der Neger die Drüsen mit Bibergeil ausschnitt. Darauf band er ihm einen Busch an den Schwanz und warf ihn in das Wasser, so daß der Busch aus demselben hervorsah; denn es war zu spät, um ihm die Haut abzunehmen, die Daniel jedoch am folgenden Tage holen wollte. Die Dunkelheit war schon hereingebrochen, als die beiden Jäger die Prairie erreichten, der neue Mond stand aber am Himmel, und sein mattes Licht war hinreichend, den Heimkehrenden das Gehen zu erleichtern. Sehr ermüdet langten sie beim Fort an und wurden durch das Bellen der Hunde dessen Bewohnern schon von Weitem angemeldet.

Als sie das Thor erreichten, hatte Turner dasselbe bereits geöffnet und trat ihnen mit einem »Gottlob« entgegen.

»Wo seid Ihr denn so lange geblieben? wir waren wirklich in Sorgen um Euch,« sagte er, als sie durch das Thor einschritten, »das Wasser ist aber aus dem Felde verschwunden; was war denn die Ursache von der Ueberschwemmung?«.

»Eine Bibercolonie hatte in dem Pflaumenbach einen Damm gebaut, den wir ihnen zum Aerger zerstört haben,« antwortete Daniel.

»Was habt Ihr denn da für Büchsen und sonst für Sachen?« fragte Turner jetzt verwundert, da der Schein des Lichtes, womit Madame Turner in die Hausthür trat, auf die beiden Jäger fiel.