»Wir haben sie von drei Waco-Indianern zum Geschenk erhalten, wenn auch gegen ihren Willen,« entgegnete Daniel und setzte lachend hinzu, »nein, wir haben sie von ihnen geerbt.«

»Mein Gott, Ihr habt doch wohl nicht mit Indianern gefochten?« sagte Madame Turner erschrocken.

»Und ganz gut gefochten,« antwortete der Neger, indem er im Zimmer die Büchsen an die Wand stellte und die andere Beute dabei niederlegte. »Wir hatten fünf gegen uns zwei und haben drei von ihnen erschossen; die beiden anderen mögen es ihren Kameraden als Warnung erzählen.«

Nun wurden theils durch Daniel, theils durch Carl die Begebenheiten mitgetheilt, wobei den Lippen der Madame Turner und Juliens manches »Ach und Oh« entfuhr.

»Die Hand des Allmächtigen hat über Euch gewacht, er sei gepriesen und gelobt,« sagte Turner, als die Erzählung zu Ende war, und Madame Turner trocknete unbemerkt die Thränen des stillen innigsten Dankes, die ihr in die Augen getreten waren.

»Wenn die Ueberschwemmung nur unserm Mais keinen Schaden gethan hat,« nahm Turner wieder das Wort, nachdem die Angelegenheit mit den Indianern lange Zeit besprochen war.

»Im Gegentheil, er wird um so kräftiger emporschießen, das Wasser hat ihn nur erfrischt,« entgegnete der Neger. »Da fällt mir ein: ich will Abends, wenn wir das Fort schließen, immer das Kanoe bis zu dem Felsstück hier unter dem Abhange rudern und auf der Leiter heraufsteigen; es könnte das Schiff uns leicht durch die Indianer gestohlen oder zerstört werden, und außerdem hat man es auch zur Hand, wenn man, wovor uns der Himmel bewahren mag, dasselbe einmal zur Flucht nöthig haben sollte.«

Am folgenden Morgen, als Madame Turner zum Frühstück rief, hatte der Neger schon einen Ritt gemacht und den Biber geholt. Nachdem er ihm das prächtige Fell abgenommen und ihn sauber ausgeweidet hatte, übergab er ihn der Hausfrau als einen vortrefflichen Braten, und bezeichnete dessen Schwanz als einen ganz besondern Leckerbissen. Madame Turner hatte ihr Bedenken dabei, ihn zuzubereiten, und meinte, das Thier habe ganz das Aussehen einer großen Ratte; auf Daniels Versicherung und Carls Zureden jedoch versprach sie, dasselbe auf den Tisch zu bringen.

Das Bibergeil nahm der Neger aus den Drüsen, that es in eine kleine Bouteille, goß nur sehr wenig Cognac hinzu und verstopfte das Glas fest. Nach dem Frühstück bestieg er sein Pferd, um nach dem Choctawbache zu reiten und von den dortigen Ansiedlern Biberfallen zu borgen. Carl hätte ihn sehr gern dorthin begleitet, doch als Madame Turner ihn bittend fragte:

»Willst Du denn mit Daniel reiten?« verzichten er sofort darauf und erwiederte: