Linchen (schnell, aufgeregt): Nein ... wart doch mal ... Ma—machen! .. Hör doch mal! ... Un Cousine Anna ... Die hat Kleider?! .. Kleider hat die! ... Na, aber auch ... so viele! ... Sonntags ... weisst Du ... wenn wir in die Kirche ... (Hustet.)

Frau Selicke (angstvoll): Kind! Kind!

Linchen: Ach ... das ... schadet nichts ... Ma—mach’n! ... So’n — bischen — Husten noch! ... Das — hört — morgen wieder auf — Nich? .. Sonntags in der Kirche .. ein blaues, ein — ganz — himmelblaues .. mit .. weissen Spitzen! ... Fein, Mamachen! ... Na ... aber auch alle, alle — haben — auf uns — gekuckt! ... (Etwas ruhiger; nachdenklich): Ach, wie hübsch — ist es da — Mamachen! ... Immer — so still! ... Aber — viel Fliegen! ... Nich wahr, Mamachen? ... wenn es — recht heiss is ... Onkhel zankt nich’n — einziges Mal — mit Tante! ... Kein Schimpfwort! ... Und Anna und Otto — sind auch immer — so artig!

Frau Selicke: Liebes Herzchen! Du wirst ja ganz heiser!

Linchen: Weisste ... sie wollten — mich dabehalten! ... Sie wollten mich — gar nich — wieder fortlassen! ... Tante sagte: ich sollte nu — ihre Tochter werden! ... Papa — soll sich’s ... überlegen! .. (nachdenklich): Gut hätt’ ich’s da! ... Nich, Mamachen? ... (Sehr lebhaft, sich steigernd): Aber Du — und Papa — sollen mich — dann immer — besuchen! ... Aber — ich ziehe nich hin, Mamachen! .... Nich? ... Ich ziehe nich hin! ... Ich bleibe — hier!

Frau Selicke: Uh! Dein Händchen brennt ja wie Feuer, mein liebes Puttchen! ... So! ... So! ... Nich wahr, mein Herzchen?

Linchen (nach einer kleinen Pause): Ach, Mamachen! Der schöne, schöne Mondschein!

Frau Selicke: Ja?

Linchen (versucht zu singen):

Wer hat die schönsten Schäfchen,