Linchen: Lieschen Ehlers is dumm! Nich wahr ... Ma—mach’n?
Frau Selicke: Ja! Richtig dumm! ...
(Kleine Pause. Frau Selicke hat fortwährend noch ihren Kopf auf dem Kissen.)
Linchen (schnell, aufgeregt): Und darf ich — auch wieder — mit Tönchen zur — Tante, auf’s Land? ... wenn ich ... wieder gesund ... bin? ... Ja? ... Weisste, dann ... suchen wir immer .. die Eier .. in der Scheune .. Tante und ich .. Ma—mach’n! ... Ma—mach’n! Onkel sagt immer ... zu mir: „Giv mi — mol ’n — Kuss, min lütt Deern!“ ... (Lächelnd.) Mama! ’n Kuss! ... Aber — er hat — so’n Stachelbart! .. Das kratzt immer .. Weisste, ich hab’n immer — seine — lange Pfeife gestopft ... und dann — musst’ ich — immer essen, aber auch — immer essen! ... Sie — nudeln ein’ orntlich! ... Au! Ich — konnte manchmal — gar nich — mehr! ... Die alte — Grossmutter — sagt immer ... „Fat tau, Kind! — Fat — drist — tau!“ — Na, die — haben’s ja! — Nich wahr — Ma—mach’n? — Sie schlachten — jedes Jahr — vier Schweine! ... Vier Schweine! ... Ma—mach’n? Horch mal! (Lächelnd.) Einmal — hat mir — Cousin Otto ... den Schweinsschwanz — hinten an’n ... Zopf gebunden ... un — ich hab’s erst — gar nich gemerkt! ... Cousin Otto — macht immer — solche Dummheiten! — Nich? — Aber — er is — gut! — Er hat mir immer — Weintrauben — aus dem Garten — gebracht ... Ja! ...
Frau Selicke: Kucke, meine Kleine! Du wirst ja ganz munter? Aber sprich lieber nich so viel, mein Häschen!
Toni (hat während der Erzählung Linchens freudig überrascht aufgehorcht und ist nun auch an das Bett herangetreten): Wie unser Linchen erzählt! Siehst Du, Mama? Nun wird sie bald, bald gesund sein!
Linchen (etwas ungeduldig): Na ja! ... Das — werd’ ich auch!
Toni: Schön! Schön, mein gutes Herzchen!
(Steht am Bett mit übereinandergelegten Armen und sieht zärtlich auf Linchen herab.)
Frau Selicke (die Toni zugenickt hat): Aber, hörst Du? Erzähl’ lieber nicht so viel, mein Linchen!