(Walter schleicht sich wieder zurück.)

Ei, Du lieber Gott! Nein! ... In Schulden sitzt man bis über beide Ohren! ... Nichts kann man anschaffen! ... Kaum, dass man das liebe bischen Brot hat! ... Nein, das kann Euer Vater wirklich vor Gott nich verantworten! ... Un dabei macht er sich selber ganz kaputt! ... Seine Hände fangen schon ordentlich an zu zittern! Haste noch nich gemerkt?

Toni (die währenddem wieder eifrig genäht hat, antwortet nicht.)

Frau Selicke: Du armes Thier! Du wirst gewiss auch schön müde sein! ... Ach nein, so ein Leben! So ein Leben! ... Hm! Womöglich is’m was passirt?! ... Er hat vielleicht Streit gehabt! Er is ja so unvernünftig, wie ’n kleines Kind! ... Ae! Ich sage auch! Das ganze Leben is — — — (Gähnt nervös, streichelt über Linchens Händchen.) Mein armes Würmchen! Das arme, magre Händchen! ... Ach Gott, ja! Du sollst sehn, wir behalten sie nicht!

Toni: Ach, Mutterchen!

(Toni tritt wieder an’s Fenster.)

Frau Selicke: Horch mal! ... Poltert’s nich auf der Treppe?!

Toni: Ach, wohl nur die Katze!

Frau Selicke: Ach Gott, nein! (Erhebt sich und geht schwerfällig auf das Fenster zu.) Wunderhübsch draussen! ... Aber der Himmel bezieht sich wieder, wir bekommen andres Wetter! ... Ich spür’s an meinem Fuss! ... Nein, noch nichts zu sehn! Ach ja!

(Geht wieder zurück und setzt sich.)