(Pause. Wendt stumm an dem Tisch, auf welchen er sich schwer gestützt hat; Toni neben ihm, ihn ängstlich beobachtend.)
Toni: Du musst doch selbst sehn, dass es — jetzt nicht mehr geht.
Wendt: Mit voller Ueberlegung? ... Nein! — Ach was! — Das kannst Du ja gar nicht! .. Siehst Du! Das kannst Du ja gar nicht! ... Es ist ja unmöglich, dass wir die Verhältnisse jetzt klar übersehen können! ...
Toni: Ach nein! ... Ich weiss ganz genau, wie jetzt alles kommen wird! ... Wir können und werden uns nie heirathen! ...
Wendt: Nie? ...
Toni (traurig mit dem Kopfe schüttelnd): Nein! ... Nie! ...
Wendt: Nie! ... (Er hat sich auf den Stuhl vor dem Tisch sinken lassen, der noch von gestern Abend dasteht. Stumm, finster, den Kopf in beiden Händen, vor sich hinstarrend.)
Toni (beunruhigt, mitleidig): Siehst Du! ... Du musst doch sehn, dass ich jetzt — hier — nicht fortkann! ... Ach, Du weisst ja! ... Du hast ja gehört! ... Diese schreckliche, schreckliche Nacht! ... Ich kann, ich kann doch nicht anders! ... (Nachdenklich.) Wenn es jetzt auch so aussieht, als ob sie anders wären! Ach! Das scheint ja nur so! ... (Traurig.) Das dauert ja doch nicht lange! Bei der nächsten Gelegenheit — ist es wieder — wie vorher, und — und noch viel — noch viel — schlimmer ...
Wendt (dumpf vor sich hin): Noch — schlimmer! ...
Toni (ernst und traurig): Ja! ... Noch schlimmer! ... (Pause.) Ja, wenn Linchen noch ... (Ihre Stimme zittert.) Wenn sie dem Vater so auf den Knie’n sass beim Essen ... so neben ihm ... wenn sie sich an ihn schmiegte ... und ihm — was vorschwatzte ... oder: wenn sie sich zankten ... wenn sie dann — weinte ... und bat ... mit ihrem rührenden Stimmchen ... Ach! Sie hat sie immer wieder heiter gemacht und — getröstet ... Ja! Aber jetzt ... (Ist in Weinen ausgebrochen.) Ach, Du weisst das ja alles gar nich! ...