(Die Uhr schlägt sechs.)
Wat?! Sechsen schon?! Hurrjott! ... (Wickelt sich schnell den Shawl um) ... den’n ick jeholfen hab’, meen’ ick! ... (Umhersehend): Hanschuh’n hat ick ja wol zufällig keene nich jehappt? ... Na, abber man krepelt sick so durch! (Wendt’s Hand schüttelnd): Wah mich sehr anjenehm, werther junger Herr, wah mich sehr anjenehm! ..... Dunnerwettstock, det wird ja die allerheechste Eisenbahn! (Macht ein paar eilige Schritte auf die Corridorthür zu, besinnt sich dann aber wieder und kehrt um): Na, ick kann ja denn ooch man jleich hinten rum! (Schon in der Küchenthür): Un denn, det ick det nich verjesse: Verjniegte Feierdage! Morjen frieh seh ick Ihn’ doch noch?
Wendt: O, danke, danke! Natürlich!
Kopelke: Scheeniken! Atchee! (Klinkt die Küchenthür auf.) ’n Abend, Frau Selicken!
Frau Selicke (hinter der Scene in der Küche): Was? Sie wollen schon gehn?
Kopelke (während er die Küchenthür wieder hinter sich zudrückt): Na, wat meen’n Se woll? ...
Wendt (einen Augenblick allein. Sieht sich zuerst aufathmend im Zimmer um und tritt dann vorsichtig an das Bett Linchens. Eine kleine Weile beobachtet er sie, dann klingelt es plötzlich im Corridor und er geht hastig aufmachen): Ah, endlich!
Toni (tritt ein. Sie trägt ein grosses, in ein schwarzes Tuch eingeschlagenes Bündel vor sich her. — Sie ist mittelgross, schlank, aber nicht schwächlich. Blond. Schlichter, ein wenig ernster Gesichtsausdruck. Einfaches, dunkles Kleid, langer, braungelber Herbstmantel. Schwarze, gestrickte Wollhandschuhe).
Wendt (mit ihr zugleich eintretend und nach dem Bündel fassend): Geben Sie!
Toni (abwehrend): Ach, lassen Sie ... ich kann ja ...