Wendt: Wir leben dann still für uns in ruhigen, schönen Verhältnissen! Wir werden ganz andere Menschen sein! Und dann sollst Du sehn, wie ich den Leuten predigen werde! Der Katechismusgott soll dann erst lebendig werden, lebendig! ... Wir verstehen das Leben! Wir wissen, wie miserabel es ist, aber wir haben dann auch, was mit ihm versöhnt! Und das ist besser als alle Kanzelphrasen, wenn wir das den Leuten mittheilen.

Toni: Aber ... ich weiss nicht ... wenn Du doch nicht wirklich glaubst .....?

Wendt: Kein offizieller Glaube, aber ein besserer, lebendigerer! ... Lass nur! Du sollst sehen! ... Denke Dir: Eine herrliche Gegend! Laubwald! Berge! Getreidefelder! Stilles, gesundes Landleben! .... Unser Haus hinter der kleinen Dorfkirche, ganz von Weinlaub umrankt, mitten in einem grossen Obstgarten mit einem Hühnerhof. Ringsherum eine grosse, hohe Mauer und dadrin hausen wir, wir beide, ganz abgeschlossen von der Welt, aber ohne Hass, und das ist die Hauptsache! Und wenn Du mir dann Sonntags in den Talar hilfst und ich durch den kleinen Friedhof in die Sakristei spaziere, dann sollst Du einmal sehen, was ich den Leuten predigen werde! Sie sollen schon mit dem neuen Pastor zufrieden sein! Nicht?!

Toni (die ihm aufmerksam, vor sich hinlächelnd, zugehört hat): O, das wäre schön!

Wendt: Ja! Nicht wahr?! Nicht wahr?!

Toni: Aber hier, was sollen sie denn hier anfangen?

Wendt: Ach, das wird dann auch alles ganz anders! Du sollst sehen! ... Albert hat dann ausgelernt und verdient mit zu. Walter wird ja auch bald confirmirt und Du, Du bist dann „versorgt“: dann werden sie nicht mehr so viel Grund haben ...

Toni: Ach ja! Vielleicht! ... Ach, das wäre so schön, so schön!

Wendt: Nicht wahr?!

Toni: Ja, ja! Das ginge! Vielleicht! ... Dann würde es wohl hier besser werden!