Frau Selicke: Nein! — Kein Auge hab’ ich zuthun können! — Nur so ein bischen gedämmert! ... Wie’s klingelte, war ich gleich wieder wach! ... Haste denn Herrn Wendt ...
Toni: Ja! Lass nur! Ich gehe schon! Leg’ Dich aber wieder hin, Mutterchen! Hörst Du?
Frau Selicke: Ja, ja! ... (Toni geht in die Küche zurück.) Warten Sie, Herr Kopelke! — Ich werde meinem Manne sagen ... (Ab in die Kammer.)
Kopelke (tritt vom Bett zu Wendt hin, der die ganze Zeit über ernst bei Seite gestanden hat): Die armen Leite! — Die armen Leite! — Jott! Ick sag’ immer: warum muss et blos so ville Elend in de Welt jeben? — Ae, Jottedoch! — ... Sie woll’n nu heite ooch reisen?
Wendt (zerstreut): Ja! — Gleich nach den Feiertagen tret’ ich meine Stellung an.
Kopelke: Ja, ja! — Det wird Ihn’n nu ooch so nich passen! — Na, wissen Se, werther, junger Herr! Det lassen Se man jut sind! Die Beffkens un der schwarze Rock un det so: det is jo allens Mumpitz! — Sowat macht ’n Paster nich! Damit kenn’n Se sick trösten! — Da sitzt der Paster! Verstehn Se? Da! (Klopft sich auf die Brust.) ... Un denn, wissen Se: in die zwee Jahre haben Se hier wat kennen jelernt, wat mennch eener sein janzet Leben nich kennen lernt, un wat Bessres, verstehn Se, hätt Ihn’n janich passirn können! ... Ick wünsch’ Ihn’n ooch ’ne recht jlickliche Reise! — Wah mich immer sehr anjenehm, werther, junger Herr! Wah mich immer sehr anjenehm! ... Un, Se kommen doch später hier mal widder her? Wat? ...
Wendt (nachdrücklich): Ja das werd’ ich! — Ueber kurz oder lang! ... Ich danke Ihnen, Herr Kopelke!
Kopelke (ihm die Hand drückend): Scheeniken! Scheeniken! Det is recht von Sie!
(Frau Selicke kommt aus der Kammer.)
Frau Selicke: Es is nichts mit’m anzufangen! — Gehn Sie nur selber zu ’m rein, Herr Kopelke! ... Ach Gott, ja! ...