Ich wußte, daß von Naini-Tal aus, das 1953 Meter über dem Meer liegt, mein ganzes Gepäck von Kulis transportiert und deshalb in gleichmäßige Lasten verteilt werden müsse, von denen keine das Gewicht von 25 Seer (etwa 23 Kilogramm) übersteigen dürfe. Instrumente, photographische Platten und alle andern leicht zu beschädigenden Gegenstände verpackte ich in Kisten eigener Erfindung, die ich speziell für einen Transport eingerichtet hatte, bei dem mit den Sachen nicht gerade schonend umgegangen wird.
Mein chinesischer Paß.
Solche Kisten aus gut ausgetrocknetem Holze, die sorgfältig zusammengefügt, mit Zink ausgeschlagen und mit einer eigens von mir zubereiteten Lösung imprägniert und dadurch wasser- und luftdicht gemacht waren, konnten zu den verschiedensten Zwecken verwendet werden.
Einzeln konnten sie als Sitz dienen; zu vieren in eine Reihe gestellt, gaben sie eine Bettstelle ab; drei waren als Stuhl und Tisch verwendbar, und vier, auf bestimmte Art verbunden, lieferten schnell ein Boot von solider und bequemer Konstruktion, mit dem man einen nicht zu durchwatenden Fluß passieren oder Lotungen im ruhigen Gewässer eines Sees vornehmen konnte.
Auch als Badewannen für mich und für meine Leute, wenn ich diese zu solchem Luxus würde überreden können, ließen sie sich verwenden, sowie ferner zum Entwickeln meiner photographischen Negative und zum Waschen der Platten.
Ich stellte mir sogar vor, daß sie mir im Notfall in wasserlosen Wüsten, wenn ich solche zu passieren haben würde, auch als Wasserfässer gute Dienste leisten würden. Vollgepackt bildete jede dieser Kisten genau eine Kulilast, und je zwei ließen sich bequem mit Riemen und Ringen auf beiden Seiten eines Packsattels befestigen.
Nur der Stärke und Dauerhaftigkeit dieser Kisten hatte ich es zu verdanken, daß trotz des vielen Rüttelns und Schüttelns, das sie aushalten mußten, meine Photographien und Zeichnungen sowie meine Karten und Instrumente in keiner Weise beschädigt wurden, – bis wir in die Hände der Tibeter fielen.
Mein Proviant war von der Bovril-Company nach meinen eigenen Angaben hergestellt worden, mit besonderer Rücksicht auf das strenge tibetische Klima und die beträchtlichen Höhen, in die wir gelangen würden. Die mitgeführten Nahrungsmittel enthielten daher einen bedeutenden Prozentsatz an Fett und Kohlenhydraten, waren leicht verdaulich und geeignet zur Erhaltung der Körperkräfte selbst in Augenblicken ungewöhnlicher Anstrengung. Ich hatte sie in Zinkkisten und Lederbeutel verpacken lassen.
In einer wasserdichten Kiste führte ich 1000 Patronen für mein Repetiergewehr System Mannlicher mit, außerdem 500 Patronen für meinen Revolver; dazu eine Anzahl von Jagdmessern, Werkzeuge zum Abbalgen von Tieren, Drahtfallen verschiedener Größe zum Fangen von kleinen Säugetieren, Schmetterlingsnetze, Flaschen zur Aufbewahrung von Reptilien in Alkohol, sowie andere zum Töten von Insekten mittels Zyankalium, einen Vorrat von Arsenikseife, Knochenzangen, Skalpelle und andere für den Sammler naturhistorischer Gegenstände notwendige Gerätschaften.