„Wie? Was? Überhaupt nicht? Warum?“
„Man läßt fremde Titel nicht gern herein! Belgisches nach Kroatien schon gar nicht gern!“
„Wo doch der belgische König die kroatischen Gruben gekauft hat!“ rief in wachsender Erbitterung der „Bergrat“.
„Haben Sie den Kaufvertrag gesehen? Ich nicht!“
Mit kurzem Gruß verabschiedete sich Bodlak.
Immer tiefer nagten Kummer und Groll in der ehrgeizerfüllten Brust. Die Sorge vor einer Verweigerung der landesherrlichen Zustimmung wuchs mit jeglichem Tage und führte zu dem Entschluß, durch Veröffentlichung des — „Dekretes“ in den Zeitungen einen — „Druck“ auf die Regierung auszuüben. Bodlak kalkulierte. Unter solchem „Druck“ wird die Unterbehörde, wenn auch widerwillig, die Angelegenheit an das Ministerium weiterleiten müssen. Im Ministerium aber sitzen „gebildetere“ höhere Beamte, die schon ihrer Bildung wegen mehr Achtung vor dem — König von Belgien haben werden….
Mit Fleiß und Geduld schrieb Bodlak sein französisches
„Ernennungsdekret“ mehrere Male ab und schickte die Abschriften nebst
Begleitbriefen an verschiedene Zeitungen.
Die kroatischen und ungarischen Blätter druckten den Text im französischen Wortlaut ab und beglückwünschten ironisch Herrn Bodlak mit etlichen angehängten Worten zur „Auszeichnung“. Das Wort „Auszeichnung“ unter Gänsefüßchen.
Das deutsche Wochenblatt veröffentlichte die „Ernennung“ in deutscher Sprache mit dem Beifügen: „Erörterung überflüssig“. Der Wortlaut entsprach genau dem vom Oberingenieur verfaßten Urtext:
„Wir, Leopold, König von und zu Belgien, der Belgier und Brabanter,
ernennen Sie in Anbetracht Ihrer primitiven Kenntnisse im Bergbau zu
Unserem königlichen Bergrat in partibus in fidelio.