„Hat der Senn das schwarze Mehl selber gekauft?“

„Der Krämer sagt nein!“

„Wer hat dann gekauft?“

„Dem Senn sein G'spusi (Geliebte)!“

„Und hat selles Dirndl mit Falschgeld bezahlt?“

„Das wissen wir nit!“

Ehrenstraßer erkannte, daß von diesem Prachtexemplar eines Dorfhäuptlings nichts weiter zu erforschen ist und die Erhebungen in anderer Richtung angestellt werden müssen.

Verdächtig bleibt die Existenz eines weiblichen Wesens in der Sache, denn bei Münzfälschungen wird immer ein Weib hauptsächlich die Verbreiterin der Falsifikate sein, das ist eine alte Gerichtserfahrung. Ehrenstraßer ließ sich sagen, wo die Dirne zu finden ist, und beendete das Verhör mit dem Auftrage, es solle der Vorsteher so weit als möglich die Falsifikate konfiszieren und zwar ohne dafür Entschädigung zu zahlen und die gesammelten Münzen in einem verschlossenen Sacke an das Gericht schicken.

Beim Dorfkrämer erfuhr der Richter lediglich, daß Ursula, des Kreuzalpsenners Geliebte, in letzter Zeit häufig Pulver holte und bezahlte. Daß die Silberstücke falsch waren, kam erst hinterdrein auf, als der Krämer seine Weinschuld beim Wirt bezahlen wollte, und verschiedene Kronenstücke als falsch beanstandet wurden.

Ehrenstraßer warf ein: „Weißt du denn, Krämer, ob gerade das von der Ursula gezahlte Geld falsch war?“