„Wie tief ischt gebohrt?“

„Etwas über vier Meter, Herr Chef!“

„Da bestünde noch eine Möglichkeit, daß sich in größerer Tiefe Mergel eingesprengt vorfindet. Geht es nicht im Schachtwege, so treiben wir Stollen, und sprengen!“

„Wie Sie befehlen! Nur dürfte der Stollenbetrieb ungleich teurer kommen!“

Ratschiller seufzte, sagte aber dann, es müsse alles versucht werden.

Um eine Probe in der Tiefe von vier Metern vorzunehmen, ließ der Chef am Eibenberge mit Janit sprengen. In gesicherter Entfernung wartete man den Sprengschuß ab. Während der Vorbereitungen hierzu hatte Ratschiller genügend Zeit, Umschau nach den ihm gehörigen Grundstücken und Bergen zu halten. Ein stattlicher Besitz, wenn ihr Inneres den benötigten Stein birgt. Wertlos freilich, wenn sich diese Voraussetzung nicht erfüllt. Da würde sich Wiesenwirtschaft noch besser lohnen als Abbau auf Cement.

Kann es möglich sein, daß die ganze Berggegend keinen Mergel hat, trotz der genauen Untersuchungen? Bisher konnte doch ganz flott Portlandcement erzeugt werden. Und jetzt auf einmal Mangel des Wichtigsten, der Existenzbedingung für eine Cementfabrik!

Eine gewaltige Explosion unterbrach den Gedankengang des gequälten Fabrikherrn. Eine ungeheure Wolke von Staub und Schutt stieg auf, knatternd und brausend, Steine flogen nach allen Seiten.

„Stein, Stein!“ wollte Ratschiller aufjubeln und hastig lief er in die Richtung, wo Steine niedergefallen waren. Doch auf den ersten Blick erkannte der Fachmann wertlosen Kalkstein, Marmorbruchteile, keine Spur vom heißersehnten Mergel.

Der Fabrikherr empfand einen bohrenden Stich im Herzen, ihm ist, als soll er niedersinken vor Schmerz. Dennoch rafft er sich auf und steigt zur Sprengstelle, die ein klaffendes riesiges Loch aufweist, doch kein offengelegtes Gestein. Ein trostloser Anblick für den Cementmann.