„Gut; gesetzt diesen Fall, kann mein gnädiger Herr nach eigenem Willen vorgehen, Salzburg ist im Vorteil, den das Stift wahren muß. Bayern muß Halleiner Salz nehmen und verfrachten; kann der Bayer so viel Salz nicht verschleißen, so ist das seine Sache, an Salzburg muß er dennoch zahlen.“

„Fein erdacht! Der Herzog wird auch ins Gedränge kommen, so der Preis des kaiserlichen Salzes in die Höhe geht. Sei dem nun wie ihm wolle: es ist kaum zu denken, daß Bayern solche Möglichkeiten nicht bedenkt!“

„Darauf kann es mein gnädiger Herr wohl ankommen lassen. Erst schreibt man nach München freundlich und proponiert die Festlegung des Salzbezuges für eine bestimmte Frist. Geht der Bayer darauf ein, so sitzt der Fuchs im Eisen. Will der Bayer heraus, muß er sich bestreben, sein Absatzgebiet für das übernommene Salz zu vergrößern“

„Bewunderungswürdig klug ersonnen! Ich hatte im Plan, mit einer Steigerung vorzugehen und Bayern gar nicht zu befragen; dein Plan ist feiner, die Möglichkeit besteht, daß des Herzogs Räte die Gefahren im neuen Vertrag übersehen. Wenn nicht, dann muß ich freilich nach meinem alten Plan vorgehen und darf nicht weiter fragen, ob es dem Bayern ist genehm.“

Sodann ging Wolf Dietrich auf die Kardinalats-Angelegenheit über und erzählte von den geheimen Briefen, die aus Rom eingetroffen seien.

Salome interessierte sich hierfür ersichtlich mehr, weshalb der Fürst sofort vorsichtiger ward. Immerhin gab er der Freundin bekannt, daß der Papst Klemens die Güte hatte, den Salzburger Erzbischof einen „seltsam geschwinden Kopf“ zu nennen.

Salome warf ein: „Das ist doch weiter nichts Schlechtes?“

„Es wird darauf ankommen, wie der Papst dies meint; der freundnachbarliche Bayer wird schon dergleichen erzählt haben, auf daß der Papst den vermeldten Ausdruck gebrauchte. Klemens soll mich auch als ein „periculosum ingenium“ betrachten —“

„Was heißt das?“ fragte Salome.

„Man kann es verdeutschen mit ‚gefährlicher Kopf‘!“