Bei aller diplomatischen Schulung vermochte Lamberg seine Überraschung nicht zu verbergen, und über diese Anzeichen seiner Verblüffung zeigte sich Wolf Dietrich amüsiert.
„Gnädiger Herr wollen doch nicht solchen Argwohn in die Halme schießen lassen?“
„Nein! Doch weiß ich zur Stunde nicht, wo anzulegen ist die Axt, mit der abgehauen wird des Giftbaumes zähe Wurzel!“
„Mit Vergunst, die Stelle für die trennend' Axt kann ich bezeichnen!“
„So sprich, teurer Freund!“
„Zerstreuen wird jeglichen Argwohn die Wiederherstellung des alten
Domes.“
„Das häßliche Gebäu restaurieren? Das ist fürwahr nicht nach Geschmack!“
„Es bleibt kein ander Weg, gnädiger Herr! Was später wird, mag vorbehalten bleiben einer besseren Zukunft.“
„Das klingt besser mir ins Ohr! Gut denn! Ich werde flicken lassen, doch Türme kommen nimmer auf den alten Bau! Und so ich zu leben habe, will einen neuen Thuemb ich bauen, der Salzburg soll zur Ehr gereichen.“
Froh dieses Erfolges, den wankelmütigen Fürsten umgestimmt zu haben, konnte Graf Lamberg die Residenz verlassen.