Salome seufzte tief und nickte in wehmutsvoller Ergebenheit.

„Das mildert wohl den ansonsten bösen Fall in etwas. Und Rom hat geschwiegen! Was soll nun ich? Was führt Euch zu mir?“

Salome kniete nieder, hob flehend die Hände empor und sprach: „Des
Kaisers Gnade möcht' erbitten ich aus tiefstem Herzensgrund für — meine
Kinder! Helfet mir, o Herr und Kaiser!“

Rudolf bat wiederholt, es möge die Dame sich erheben.

Doch Salome blieb knieen, auch Wolf und das Schwesterlein knieten und hoben die Händchen bittend empor.

Dieser Anblick rührte des Kaisers Herz, weich sprach Rudolf: „Was ist
Euer Begehr?“

Innig flehte Salome: „Gnädigster Kaiser und Herr! Erbarmet Euch in Eurer Macht dieser unschuldvollen Kinder! Nichts für mich will ich erbitten, will tragen die Schuld meiner Liebe und meines Lebens, doch erfleh' ich des Kaisers Gnade und Barmherzigkeit! Gebt, o Herr und Kaiser, den Kindern das Recht der ehelichen Geburt! Bestätigt in Gnaden die Urkund' meines Herrn und Gebieters!“

„So hat der Erzbischof schon geurkundet in bemeldter Sache?“

„Ja, Kaiserliche Majestät! Mein Herr und Gebieter will geben seinen
Namen unseren Kindern, Raittenau, nach des Vaters Geschlecht zu
Langenstein im Hagau! O habt Erbarmen gnädigster Herr und Kaiser mit den
unschuldigen Kindern!“

„Ihr habet groß Vertrauen zu mir, will mich bedünken!“ sprach mild der
Kaiser.