„Mein Denken wie mein Fühlen gilt nächst Gott des großen Reiches
mächtigem Herrn und Kaiser! Wie der Allmächtige erhöret ein frumb
Geber, wird öffnen Ohr und Herz auch der mächtige Kaiser einer innigen
Bitte aus tiefstem Herzensgrund!“

„Erhebet Euch! Steht auf Ihr Kinder! Nicht vergebens sollet die Händchen gehoben haben Ihr zu mir in kindlichem Vertrauen! Der Kaiser wird Euch den Namen geben nach ehelicher Geburt und Recht, darauf geb' ich mein kaiserliches Wort!“

Überglücklich haschte Salome nach des Kaisers Hand, und ehe Rudolf sie entziehen konnte, drückte Salome eine Kuß der Dankbarkeit auf die kaiserliche Rechte.

„Nicht doch! Gewähret sei Euch die rührend Bitte! Und da nichts, mit keinem Wort Ihr für Euch selbst erbeten habet, will der wackeren Mutter ich selbst gedenken und geben Euch die Adelsfreiheit erzstiftischer Landsassen….“

„O welche Gnade, Kaiserliche Majestät! Nicht fassen kann ich solche
Huld, weiß der Worte nicht zum tiefsten Dank….“

„Sprecht, wie nennt man Euch zu Salzburg?“

„Mein gnädiger Gebieter und Herr erbaute ein Schloß mir und nannte es
Altenau, wasmaßen ich führe den Namen Salome Alt.“

„So soll Altenau sein ein Adelssitz und Ihr sollet führen zu Recht fürder den Namen von Altenau kraft meiner Macht! Nun gehet mit Gott, kehret heim und gedenkt zuweilen im Thuemb im frumben Gebet Eures gnädigen Kaisers!“

Huldvoll grüßte Rudolf II. durch einen Händewink, ein sonniges Lächeln lag auf seinen Lippen wie seit langem nicht.

Glückstrahlend dankte Salome nochmals und verließ mit den Kindern das
Gemach.