„Ich meine nicht die kirchliche Beichte, gnädiger Herr! Ich möchte nur demütig vorbringen, daß gerne ich Euer Gnaden willfährig bin und mich glücklich schätze, so Hochdero sich mit unserer Salome verbinden! Was hiezu ich thun kann, wird geschehen! Als Lohn möcht' ich mir etwas erbitten, was Euer Fürstliche Gnaden nur ein gutes Wort für Hochdero unterthänigste Dienerin in Rom kostet!“

„Nur ein Wort? Wie lautet dieses Wort?“

„Meine höchste Seligkeit wäre ein päpstlicher Segen Seiner Heiligkeit, aber ganz alleinig für mich gespendet; es darf niemand anderes daran teilhaben, bloß ich allein!“

Ein spöttisches Lächeln huschte über die Lippen Wolf Dietrichs, dann sprach der Fürst freundlich herablassend: „Sothaner Wunsch ehret Euch und soll propagieret werden, sofern Ihr mir eine frumbe willfährige Dienerin bleibet! Doch nun ad rem: Wißt Neues Ihr von Salome?“

„Das Mädchen ist gehalten in strenger Haft des eigensinnigen Vaters, es ist selbst mir nicht möglich, zu Salome zu gelangen. Nur von der Dienerschaft konnte ich erfahren, daß in Bälde schon der Schwaher selbst, der Grausame, das liebliche Kind verbringen will in Klostermauern! Denkt nur, gnädiger Herr, ein lieblich Kind, unsere schöne Salome, die schönste Maid wohl von ganz Salzburg und im stiftschen Land soll in die Kutte gesteckt und Nonne werden für Lebenszeit!“

„Das werd' ich zu verhüten wissen! Das Fräulein will ich für mich, und
Purpur und Hermelin soll Salomes Kleidung sein, nicht die Klosterkutte!“

„O, habt Dank, gnädiger Herr, für solche Rettung! Wohl bin ich sehr bedacht auf Seelenheil und frumben Wandel, doch Salome seh' ich lieber in fürstlichem Gewande!“

„Auch ich!“ hüstelte Wolf Dietrich belustigt.

„Ich möchte Euer Hochfürstliche Gnaden bitten, dem blutdürstigen
Rabenvater Mores zu lehren!“

„Das soll prompt geschehen! Ihr könnt darob beruhigt sein! Wann Salome aus meiner Stadt verbracht wird, ist Euch nicht genau bekannt?“