„Bist immer unversöhnlich noch, Freund Alt?“
Ein schrilles Lachen kam von des Kaufherrn höhnisch aufgezogenen Lippen:
„Unversöhnlich? Ja! Niemals kann verzeihen ich den Schritt, der die
Ehr', mein Leben hat geschändet und vergiftet! Rache will ich haben,
Rache, das ist meines Lebens einziges Ziel!“
„Bleib' ruhig, Freund! Und nehm's nicht gar zu schwer!“
„Ha! Du redest wie der Blinde von der Farb'! Wärst du in meiner Lage, ich denk', Taubenblut flöss' nicht in deinen Adern und dein alter Kopf würd' sinnen auf Rache und Vergeltung!“
Puchner seufzte und schwieg.
„Nichts weiter davon! Kommen wird der Tag und getreulich will als Kaufmann ich die Rechnung stellen! Genug! — Was ist in der Landschaft wohl des Neuen verhandelt worden?“
„Heut war Sitzung, die stürmisch arg verlaufen. Die Stifter wie die Gestrengen aus der Adelssippe, die wetterten nicht wenig, daß zahlen sie sollen gleich dem Bürgersmann.“
„Das will ich gerne glauben! Was der Fürst bis jetzt gethan, dies
Steuermandat ist das einzig', was der Gerechtigkeit entspricht!“
„Dem Erzbischof wird's Kampf genug noch kosten!“
„Warum soll der nicht auch den Ernst des Lebens spüren!“